Unglaublich viele Menschen knirschen und es werden immer mehr. Diese Feststellung kann jeder selbst überprüfen, indem er die äußerlichen Merkmale erkennt. Zu glauben, man kann sich dahinter verbergen ist ein Irrtum. Man sieht, ob jemand knirscht. Die dazugehörigen Muskeln sind entwickelt und eine Verbesserung ist nicht in Sicht.
Zähneknirschen ist für viele kein großes Problem. Es gibt dagegen ja Abhilfe, eine Knirscherschiene. Dazu nimmt der Zahnarzt einen Abdruck und es wird ein Gipsmodell erstellt. Eine Tiefziehfolie wir über das Gipsmodell gepresst und nachher beschliffen, so dass das Zahnfleisch nicht verletzt wird. Diese Arbeit wird von einem Zahntechniker erstellt. Der Zahnarzt passt die Kunststoffschiene an und schleift sie noch etwas ein, damit die Knirscher-Schiene nicht so stören empfunden wird. Dann ist sie fertig. Das ist nichts Besonderes und kann bereits ein Lehrling im ersten Lehrjahr als Zahntechniker anfertigen. Ich weiß es, denn ich habe diesen Beruf ausgeübt.
Was ist mit solch einer Knirscherschiene aber geschaffen? Nicht viel. Das Problem Zähneknirschen ist damit nicht gelöst, sondern besteht weiter. Eine Knirscherschiene dient nur dazu die Zähne zu schützen. Doch was geschieht eigentlich beim Zähneknirschen und wozu eine solche Schiene? Viele Menschen pressen tagein tagaus die Zähne zusammen. Wer jetzt allerdings glaubt, dass dies nur Nachts geschieht der irrt. Zähneknirschen geschieht den ganzen Tag. Es ist wie ein Mühlenrad, wobei die Weizenkörner zu Mehl gemahlen werden. Auch im Mund geschieht Ähnliches. Durch das aufeinander Pressen der Zähne und leichte kreisende Malmbewegungen werden die Zähne abradiert. Im Mund herrschen unglaubliche Kräfte, die man direkt nicht bemerkt. Deshalb wird es auch oftmals unterschätzt. Hunderte von Kilos können im Mund über die Kaumuskulatur auf die Zähne einwirken. Kräfte bis 400 kg sind daher keine Seltenheit. Ein wahres Kraftpaket haben wir da im Mund und bemerken es nicht einmal.
Durch diese Kräfte werden die Zähne unterschiedlich abgetragen. Zähne werden durch die kleinen Malmbewegungen langsam und unmerklich abgerieben. Der Druck dazu muss einfach größer sein, als die Zähne hart. Diese sogenannten Abrasionsflächen kann man mit Hilfe eines Spiegels selbst sehen. Viel schwieriger ist es, wenn die Zähne tiefere Risse bekommen. Mögen es teilweise nur kleinere Schmelzrisse sein, so können diese auch wesentlich tiefere Risse erfahren und den Zahn komplett zum Brechen bringen.
Gelegentlich lösen sich kleiner Splitter ab, die man dann im Mund spürt. Man denkt sich vielleicht nichts dabei und wundert sich. Es können sich um kleine Zahnsplitter handeln, die abgebrochen sind.
Man knirscht den ganzen Tag über im Sekundentakt. In der Nacht verstärkt sich dieses Gewohnheit noch mehr und der Kaudruck wird erhöht, was sich in lauten undefinierbaren Geräuschen äußert. Eine Knirscherschiene ist unangenehm und erhöht das Zähneknirschen erst recht. Der Fremdkörper in der Nacht erzeugt erst recht einen Gegendruck, weil man dieses Ding loswerden möchte. Auf das Zähneknirschen hat eine Schiene keinen Einfluss. Man knirscht fröhlich weiter vor sich hin. Häufig beißt man eine Knirscherschiene durch und es muss eine neue angefertigt werden.
Bei den Folien gibt es verschiedene Kunststoffstärken, dünnere und dickere. Beim Tiefziehen wird die Knirschschiene auch noch ein wenig dünner. Eine Lösung ist eine solche Knirscherschiene aber nicht. Wer das Zähneknirschen beheben will, sollte wissen was er zu tun hat, wie es entsteht und woher es kommt.
Letzte Aktualisierung: 11.12.2011 - 12:24 - vor 164 Tagen.