Wie verspannt eigentlich ein Muskel? Ein Muskel alleine schon gar nicht. Der Körper ist ein komplexes Konstrukt und für jede noch so kleine Bewegung werden unzählige Muskeln benutzt. Kein Mediziner der Welt kann für diesen komplexen Vorgang erklären, welche Muskeln für diese oder jene Bewegung benutzt werden. Das ist unmöglich. Es sind lediglich Mutmaßungen, die leider aber immer wieder so dargestellt werden. Besonders im Fitnessbereich werden Geräte entwickelt, die diese oder jene Muskeln aufbauen sollen. Tatsächlich deformieren sich viele Menschen dadurch und so etwas wird dann als Schönheitsideal bezeichnet. Muskeln müssen nicht aufgebaut und trainiert werden. Sie entwickeln, sofern man es richtig macht automatisch. Die Auswirkungen im psychischen Bereich werden mit entwickelt. So entsteht ein natürlich entwickeltes Selbstvertrauen und Konzentrationsfähigkeit. Besonders für Kinder wäre dies äußerst wichtig, statt dessen unterdrücken wir unsere Kinder in ihrer Entwicklung, kaum dass sie den Kinderkarten und die Schule besuchen. Ein Apparat, der vorgibt, wie wir zu sein haben und wir glauben es. Doch das ist ein anderes Kapitel, welches ich hier nicht vertiefen möchte.
Ich hatte in meinem Leben schon einige Hexenschüsse (sagt man das so?) und weiß, was Bewegung aus der Praxis her. Auch ein Hexenschuss ist eine Verspannung. Es war keine Bewegung mehr möglich. Schon der kleinste Versuch im Bett den Arm zu bewegen löste einen unglaublichen Schmerz aus, der durch den gesamten Rücken schoss. Diese Schmerzen kann man nicht erklären, die muss man selbst erleben. Erst solche Schmerzen zeigen einem die Komplexität des Körpers und wie die Muskeln zusammenspielen und welche Kraft letztendlich notwendig ist um den Arm zu heben, sich im Bett zu drehen, den Fuß zu bewegen, etc.. Es ist unglaublich, welche Kraft im Körper vorherrscht und wie wenig wir davon benutzen und uns einreden lassen, unsere täglichen Arbeiten würden Verspannungs-Schmerzen verursachen.
Bei Verspannungen spannen Muskeln an, die eigentlich nicht angespannt gehören. Solche verspannte Muskeln sind überlastet und werden über die maßen beansprucht. Dies machen wir selbst und das von morgens bis abends. Erst im Laufe der Jahre beginnt durch diese starke Beanspruchung die schmerzhafte Phase.
Muskelverspannungen entstehen durch
- Fehlhaltungen beim Stehen
- Fehlhaltungen beim Sitzen
- Fehlhaltungen beim Bewegen
- Überbeanspruchte Bewegungsabläufe
- Falsche Bewegungsabläufe
- Unbewusstes Anspannen von Muskelbereichen
Die Psyche ist nicht ursächlich an Verspannungen beteiligt. Es ist das bereits vorhandene falsche Fehlhaltungs- und Bewegungsmuster das Muskelanspannungen erhöht und somit kurz- oder langfristig zu weiteren körperlichen Schmerzen oder Beeinträchtigungen führt.
Wer schon falsche Bewegungsmuster besitzt baut Sie durch gewisse Lebensumstände noch mehr auf wie durch:
- Ärger und Stress
- Ängste, Stimmungsschwankungen, Depressionen
- Wut, Hass, Aufbrausen
- emotional behaftete Gefühle wie Trauer, Minderwertigkeitsgefühle, sich Hineinsteigern, etc.
Die verschiedenen Verspannungsmuster führen nebenbei betrachtet zu psychischen Auswirkungen, die ich hier nicht näher erläutere, da dies viel zu umfassend ist. Als Hauptaussage für Interessierte gilt: Je mehr verspannt ein Mensch ist, desto sturer ist seine geistige Gesinnung und seine Aufgeschlossenheit für Neues. Dies sind keine bloße Zusammengereimtheiten, sondern beruhen auf genauen Beobachtungen, Erfahrungen und praktischen Erkenntnissen auch im Umgang mit Teilnehmern und deren Erfahrungen.
Unseren Körper locker und elastisch bis ins hohe Alter zu halten ist keine Frage von Ernährung, Sport, Gymnastik, Entspannungen oder Dehnungen. Unser Körper sollte so benutzt werden, wofür er konstruiert wurde. Schmerzen zeigen uns unsere eigenen Fehler.
Letzte Aktualisierung: 11.12.2011 - 12:24 - vor 164 Tagen.