Wechselnde Töne & Geräusche des Tinnitus

Verändern sich Ihre Geräusche im Ohr, Kopf oder außerhalb? Das ist keine Seltenheit. Viele Töne sind von unterschiedlichster Natur, wie pfeifen, rauschen, rasseln, zischen, brummen, lauter oder leiser. Interessant ist, dass dies auch bei jahrelangem Tinnitus der Fall sein kann, aber nicht muss. Woher kommt das und womit hat das etwas zu tun?

Ich vertrete dabei nur eine These: Man sollte bei sich selbst Tinnitus erzeugen und wieder lösen können und zwar ganz bewusst. Zusätzlich sollte man viele Verspannungsmuster selbst erzeugen können. Zwischenzeitlich bin ich so weit, dass ich sofort Tinnitus erzeugen kann, der ca. 30 Sek. bis zu 2 Min. anhalten kann. Er hört sich an wie das Grillen und Zirpen von Grillen auf einer Wiese. Je nachdem kann ich auch unterschiedliche Töne erzeugen und auch die Lokalisierung ändern. Mal auf der Höhe des Ohres, mal weiter oben oder weiter außen, weg vom Kopf. Es kommt immer darauf an, wie lange ich anspanne und welches Verspannungsmuster ich ausführe. Angenehm ist das aber nicht und ich mache das nicht sehr gerne. Allerdings wird mir dadurch aber klar, wie stark und unangenehm solche Verspannungsmuster sind und wie sie belasten.

Der menschliche Körper ist in seiner Funktionalität bei allen gleich. Lediglich der Umgang damit ist unterschiedlich und entsprechend treten die unterschiedlichen Symptome auf. Doch warum wechselt der Tinnitus? Die Anspannung der Muskulatur, die bei Tinnitus vorhanden ist, sich ändert. Oftmals reagiert die Muskulatur später, so wie bei einem Muskelkater. Nach zwei Stunden Holz hacken tritt die Muskelreaktion auch später, in Form von Muskelkater auf. Manchmal, bei starker, kurzfristiger Anspannung reagiert der Tinnitus sofort. Bei Muskelüberlastung zeigt sich sogar ein Ticken oder Zittern von Muskeln. Von diesen Dingen bekommt man selbst aber nichts mit. Es ist normal. Lediglich die Symptome bemerkt man.

Wer ständig bestimmte Muskelgruppen grundlos anspannt, bekommt notgedrungen Tinnitus. Zwischenzeitlich kann ich schon am Ohr feststellen ob Tinnitus vorhanden ist oder einmal auftreten wird. Löst man die Anspannungen wieder, ist der Tinnitus verschwunden. Leichter gesagt als getan, da solche Muskelanspannungen schon in der Kindheit entwickelt werden.

Die Auswirkungen sind deshalb unterschiedlich. Bei einem konstanten Dauerton, der sich fast nie ändert, reagiert der Tinnitus nur bei extrem starker und länger anhaltender Muskelanspannung. Dies könnte bei ungewöhnlicher kraftintensiver Tätigkeit über den Arm-/Schulterbereich ausgelöst werden. Erst dann gäbe es eine Änderung der Ohrgeräusche selbst, teilweise sofort, teilweise nach der Tätigkeit. Hinzu käme eventuell ein Kopfdruck, der sich wie Watte oder Nebel anfühlt, so als ob man viele Stunden in einem lauten und holprigen Auto gesessen wäre und jetzt die Nachwirkung erfährt. Diese weiteren Symptome können, müssen aber nicht sein. Jeder spannt eben unterschiedlich stark oder schwach an und benutzt entsprechend seine Muskulatur.

Bei vielen reagiert der Tinnitus wesentlich früher oder auch ständig. Schon kleine Auswirkungen bewegen den Tinnitus. Das kann durch unterschiedliche und vielleicht für sie jetzt merkwürdige Dinge geschehen. Den Kopf nach vorne beugen, ihn drehen, den Arm bewegen, Nordic-Walking, Fitness-Training, kleinster Ärger, Kaubewegungen und Ähnliches können den Tinnitus verändern. Einfach ausprobieren.

Was bedeutet Entspannung für den Tinnitus?

Da bis heute davon ausgegangen wird, dass Tinnitus mit Stress zu tun hat, wird Entspannung empfohlen. Funktioniert das? Ja und Nein. Der eine legt sich hin, hört Entspannungsmusik und kann genau die Muskeln, die den Tinnitus auslösen loslassen, ein anderer nicht. Ein ganz bewusstes Lösen ist aber dennoch nicht vorhanden, weil man diese Muskeln unbewusst löst. Der Tinnitus reagiert, wird leiser oder ist plötzlich ganz verschwunden. Jetzt glaubt man, dass die Entspannung oder Entspannungs-CD dafür verantwortlich ist. Das ist aber nicht die wirkliche Ursache, denn sonst müsste es bei jedem so funktionieren. Es gibt auch Tinnitusgeplagte bei denen der Tinnitus bei Entspannungsmusik lauter wird. Sie fühlen sich bei solcher Musik einfach genervt und deshalb spannen die Muskeln an. Der Tinnitus wird lauter. Probieren Sie es aus. Wie reagieren Sie bei Entspannungsmusik?

Deshalb vermindert sich der Tinnitus bei dem einen mittels Entspannung und bei einem anderen erhöht er sich. Danach wird er sich aber wieder normalisieren. Der Tinnitus ist quasi nur vorübergehend leiser oder verschwunden. Ja, auch das gibt es und die Ursache ist dieselbe. Jeder Mensch ist eben anders und bemerkt gar nicht wie viele unnötige Anspannungen er ständig ausführt.

Tinnitus ein Symptome von vielen

Für einen Tinnitus Betroffenen ist es wichtig, seine Muskulatur zu beherrschen und zu wissen, woher sein Tinnitus herrührt. Niemand erhält Sicherheit, wenn er das "WARUM" nicht kennt. Tinnitus ist aber häufig nur ein Symptom von vielen weiteren. Wessen Tinnitus deshalb plötzlich verschwunden ist, dessen Tinnitus kann auch genauso plötzlich wieder auftreten. Hat Entspannung 10 mal geholfen, so kann es beim 11. mal keine Wirkung mehr zeigen. War der Tinnitus zwei Jahre leise, kann er sich im dritten Jahr plötzlich erhöhen. Bei dem einen wird er bei Sport stärker, bei einem anderen leiser. Alles findet im Bereich der Muskulatur statt. Mit Massagen reagiert er deshalb manchmal auch. Sie können den Tinnitus erhöhen oder vermindern. Ausschlaggebend sind nur die Anspannungen, die man dauerhaft und unbemerkt ausführt und, egal, was man sonst macht, immer wieder zu diesen zurückkommt. Die Verspannungen haben sich sozusagen "verfestigt".

Die Übungen gegen Tinnitus sind beileibe nicht einfach und nicht jeder kann sie gut ausführen. Bei einem reagiert der Tinnitus sofort und ein anderer benötigt Monate oder Jahre. Man kann auch Vieles falsch machen, oder glauben richtig zu üben und doch macht man es falsch. Deshalb benötigt man Kontrolle, ohne die geht es nicht.

Die Übungen sind keine Gymnastik, sondern individuell, da sie jeder anders ausführt. Von außen mag dies bei Allen gleich aussehen, bei Kontrolle merkt man noch Verspannungen.

Die Daub-Methode ist eine Trainingsmethode und zeigt jedem woraus es ankommt und was zu tun ist. Ich kann viele unterschiedliche Verspannungsmuster, sowie Tinnitus-Töne erzeugen und kann mich deshalb gut in Betroffene hineinfühlen und verstehen welche Verspannungen sie machen. Das Problem besteht eher im Lösen dieser starken Anspannungen. Niemand sollte ungeduldig sein oder noch nebenher anderes ausprobieren. Man verzettelt sich, wird unsicher und gibt resigniert auf.

Ziel ist es nicht nur, den Tinnitus komplett zu lösen, sondern Ihnen zu zeigen, dass Verspannungen den Tinnitus auslösen. Nach und nach bemerkt man wie man immer lockerer wird, wie lange man unnötige Anspannungen gemacht hat oder wie man sie lösen kann. Das Verspannungsmuster bleibt bestehen, es wird nur gelernt es zu kontrollieren und zu beherrschen. Tinnitus ist nicht für alle Zeiten weg, wie ein Kopfschmerz. Tinnitus zeigt nur, dass man angespannt ist. Ist die Anspannung weg, bleibt auch der Tinnitus weg. Ist die Anspannung wieder da, tritt ein Tinnitus auf. Je besser man es hinbekommt, desto besser. Im Voraus kann das aber niemand sagen.

Wer zig Jahre Tinnitus hat, oder schon älter ist, dessen Verspannungsmuster sind meist ziemlich festgefahren. Es benötigt viel Zeit und Kontrolle um seinen Tinnitus zu bekämpfen. Allerdings gibt es auch Menschen, die es nach 20 Jahren Tinnitus in kurzer Zeit geschafft haben. Niemand weiß das aber vorher.

Letzte Aktualisierung: 06.03.2012 - 13:32 - vor 77 Tagen.
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