Was ist Tinnitus genau, woher kommt er? Die Antwort darauf kann sich nur jeder selbst geben, indem er bemerkt wie verspannt er wirklich ist. Die Zeit, die er dazu benötigt ist unterschiedlich. Ein Training kann nur das Gerüst dazu liefern. Erst im Üben werden die Auslöser klarer. Niemand kann in die Haut eines anderen schlüpfen um zu erleben, wie sich Anspannung anfühlt. Es nützt ja nichts, wenn man nicht weiß, wie man diese Anspannung auch wieder lösen kann.
Die Erklärungen sind einfach und für viele auch logisch. Das eigentliche Verständnis kommt aber erst beim und mit dem Üben. Ungeduld, bei Vielen leider vorhanden, ist ein schlechter Ratgeber. Wer Tinnitus hat möchte ihn schnell, schnell weg haben. Das ist natürlich verständlich, doch setzt man sich damit meist unter Druck und schon verspannt man wieder. Kaum übt man wird der Tinnitus lauter oder ändert sich gar nicht. Einfach deshalb, weil man gar nicht merkt, dass man Dinge falsch macht. Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Ohne Kontrolle geht es einfach nicht.
Tinnitus oder Ohrgeräusche werden über das Ohr wahrgenommen. Das Empfinden des Gehörten kann aber unterschiedlich sein. Mal im Ohr, mal um das Ohr, mal im Kopf, mal vom Kopf weg. Das verunsichert viele. Es sind Eigengeräusche des Körpers, die von angespannten Muskeln herrühren. Solche Verspannungen bauen sich auf und wieder ab oder bleiben dauerhaft bestehen. Deshalb wechseln die Töne oder Geräusche des Tinnitus oder resonieren unterschiedlich stark oder schwach. Einmal kann man Klänge oder Stimmen besser unterschieden dann mal wieder nicht. Mal wird er lauter mal leiser oder ist plötzlich ganz verschwunden. Bei Tinnitus kommt Alles vor.
Im Training der Daub-Methode lernt man diese Verspannungen erst richtig kennen. Das ist nicht einfach und bedeutet harte Arbeit. Wer Stress oder besser Druck und Ärger hat, spannt Muskeln an und hält sie fast den ganzen Tag fest. Nach einiger Zeit ist man abends müde, ausgelaugt, erschöpft. So, als würden Sie den ganzen Tag ein zusätzliches Gewicht mit sich herumtragen.
Irgendwann hört man Töne im Ohr, ignoriert sie. Sie kommen und gehen, immer wieder. Eines Tages verschwinden sie nicht mehr, sie sind permanent vorhanden. Wie war oder ist es bei Ihnen? Testen Sie es aus und beobachten Sie sich.
Die Angst den Tinnitus nie wieder loszuwerden, löst eine erneute und noch stärkere Anspannung aus. Der Tinnitus wird lauter. Kein Grund zur Panik, solange man nicht weiß, was zu tun ist.
Tinnitus, Ohrensausen oder Ohrgeräusche werden über das Ohr wahrgenommen. Doch auch beim Zuhalten der Ohren kann man Töne wahrnehmen, was aber nicht immer der Fall ist. Einfach ausprobieren und damit herumspielen und es aufschreiben.
Woher kommen solche Verspannungsmuster?
Meist glaubt man ein seelischer Zustand ist dafür verantwortlich. Das Grundverspannungsmuster war schon lange vorher da. Ein Tinnitus wäre so oder so entstanden. Je nachdem welchen Belastungen man im Zeitraum der Entstehung von Tinnitus unterworfen war, tritt er früher auf. Aufgetreten wäre er aber in jedem Fall. Ständiger Ärger und Druck erhöht die körperliche Anspannung. "Jetzt ist mein Kollege schon wieder krank und ich muss seine Arbeit machen." - "Jetzt habe ich vergessen anzurufen." - "Heute soll ich mit meinem Freund ins Kino, habe aber gar keine Lust." - "Gestern hat wieder die Katze des Nachbarn in unseren Garten gemacht." Ärger gibt es überall und im Ärger spannt man Muskeln an. Man frisst die Dinge förmlich in sich hinein, lässt sich nichts anmerken. Jeder macht dies anders. Der eine spannt den Kiefer an, ein anderer die Halsmuskeln, wieder ein anderer die Schultern.
Solche Anspannungen sieht man nicht äußerlich und bemerkt sie selbst auch nicht. Nur wer Erfahrungen mit diesen Mustern hat, kann sie schon im Vorfeld erkennen. Erst nach Jahren zeigen sich auch körperliche Veränderungen oder es erscheinen Symptome, in unserem Beispiel Tinnitus. Erst jetzt glaubt man "plötzlich" einen Tinnitus bekommen zu haben oder sogar einen Hörsturz. Das ist nicht der Fall, denn auch ein Hörsturz ist eine reine Anspannung von Muskeln mit krampfartigen Auswirkungen, dem eigentlichen Hörsturz. Noch immer hält sich die Meinung hartnäckig man müsste jetzt schnell etwas dagegen tun, denn sonst würde man den Tinnitus nie mehr wegbekommen.
Sie sollten lediglich lernen Ihre unbewussten und unbemerkten Verspannungen in den Griff zu bekommen, zu kontrollieren. Je länger Sie damit warten, desto schwieriger wird es. Wer jahrelang einen Tinnitus hat, dem fällt es viel schwerer sich seiner Verspannungen bewusst zu werden und sie zu lösen. Muskeln können durch Kontrolle und technische Übungen locker gelassen werden. Wer seinen Tinnitus nicht in den Griff bekommt, bekommt seine Verspannungen nicht in den Griff. Es liegt an jedem selbst und ist im voraus nicht absehbar. Es gibt Menschen, die einen jahrelangen Tinnitus innerhalb kurzer Zeit beheben können, andere schaffen das nicht oder nur bedingt und manche benötigen dazu viel Zeit. Niemand kann erahnen wie gut oder schlecht jemand die Übungen hin bekommt.
Es gibt auch Menschen bei denen ein Training auszuschließen ist. Es sind besonders nervöse, hektische und innerlich zerissene Menschen. Sie hören nicht wirklich zu, üben nur halbherzig, haben zig andere Dinge im Kopf, stellen tausend Fragen ohne wirklich etwas Wissen zu wollen. Hier wäre ein Training sinnlos. Das Üben ist oberflächlich, halbherzig und wird nur schematisch ausgeführt. Stelle ich das wöhrend des Trainings fest, breche ich sofort ab. Es bringt gar nichts.
Letzte Aktualisierung: 06.03.2012 - 20:38 - vor 77 Tagen.