Tinnitus, Lärm & Frequenzen

Hat Tinnitus etwas mit Lärm und Frequenzen zu tun? Nein, eigentlich nicht. Mit Tinnitus kann man nur Frequenzen unterschiedlich wahrnehmen. Lärm verursacht keine Hörschädigung. Es sind die Verspannungen, die zur Hörminderung führen. Extremer Lärm löst einen gewissen Schmerzbereich aus, dem wir uns aber beileibe nicht freiwillig aussetzen. Laute Musik löst bei dem einen Unbehagen und bei dem anderen Freude aus. Nicht nur die Geschmäcker sind verschieden auch die Empfindungen von Geräuschen oder Lärm.

Das menschliche Ohr kann nur in einem ganz bestimmten Frequenzbereich hören. Darüber oder darunter hört es nichts. Frequenzen werden in Hertz (Hz) oder Kilohertz (kHz) und Lautstärke, entstanden durch Schalldruck, wird in Dezibel (dB) angegeben.

Die Hörfrequenz beim Menschen liegt zwischen 64 bis 23.000 Hz. Eine Lautstärke von 120db empfinden wir als Schmerz und ist ungefähr die Lautstärke von einem startenden Düsenjet. Wer setzt sich solchem Lärm freiwillig aus? Eigentlich niemand.

Verspannte Muskeln bilden einen Resonanzboden, vergleichbar mit einer Gitarre. Der Gitarrenkörper ist der Resonanzkörper und die Saiten erzeugen den Klang oder Schall. Zupft man eine Saite an, erzeugt dies eine Schallwelle, die am Resonanzkörper, der Gitarre, aufprallt. Ein Schall trifft auf einen harten Gegenstand und prallt zurück. Ein weicher Gegenstand dämpft den Schall. Man kann es sich gut vorstellen im dem Sie einen Tennisball auf eine Tischplatte werfen. Der Ball prallt sofort zurück. Werfen Sie diesen Ball auf ein weiches Kopfkissen, bleibt er liegen. In einem Badezimmer oder einer Kirche ist deshalb die Akustik sehr gut ausgeprägt. In niederen Räumen mit vielen weichen Materialien wie Teppichen, Vorhängen, Sofas, wird viel Schall verschluckt und Töne gedämpft. Der SChall kann nirgends abprallen, sich weitertragen und löst sich auf.

Bei einem Tinnitus ist dies ähnlich. Verspannte Muskeln sind ein Resonanzboden für Schallwellen oder Druckwellen. Das ist der Grund, warum man bei Tinnitus Töne als unangenehm empfindet oder plötzlich lauter wahrnimmt, wie durch einen Verstärker, die sogenannte Hyperakusis. Auch Stimmen können manchmal nur verzerrt wahrgenommen werden. Ein einziger Stimmenwirrwarr entsteht.

Selbst der Atmosphärendruck spielt dabei eine Rolle. Ein Wetterumschwung ändert den Atmosphärendruck. Dieser Druck wird auch auf jedes Lebewesen und dessen Muskulatur übertragen. Daran kann man nichts ändern. Man spricht von einem Hoch- oder Tiefdruck.

Verspannte Muskeln weisen schon von Natur aus eine größere Festigkeit und Härte auf als unverspannte Muskeln. Entsteht von außen ein Druck, wie dies beim Atmosphärendruck der Fall ist, so wird der Druck auf die verspannten Muskeln zusätzlich erhöht. Die Folge kann eine Verstärkung des Tinnitus bedeuten. Die Reaktionen sind genauso unterschiedlich wie jeder Tinnitus anders ist.

Sie hören mit dem Ohr nur die Reaktionen der stärkeren Druckverhältnisse auf die Muskeln. Es gibt somit keine Wetterfühligkeit, wie viele glauben, sondern lediglich eine Reaktion auf die eigenen Verspannungen. Das ist nicht nur bei Tinnitus, sondern auch bei anderen Verspannungsmustern, wie z. B. Migräne, der Fall.

Schallwellen lösen eine ähnliche Reaktion auf den Tinnitus aus, da auch sie auf verspannte Muskeln auftreffen und hier eine Schwingung erzeugen, die durch Geräusche im Ohr wahrgenommen werden. Der eine reagiert deshalb unangenehm auf hohe Töne oder auch bestimmte Geräte wie Transformatoren, Vogelgezwitscher, Wasserrauschen, Geschirrklappern, Musik, etc..

Klangquellen oder Lärmpegel selbst zerstören deshalb nicht das Gehör selbst. Die Muskeln resonieren darauf und schwingen mit. Sind Muskeln entsprechend angespannt oder dauerverspannt kann sich auch eine Hörminderung einstellen, weil die natürliche Lockerheit oder der natürliche Muskeltonus nicht mehr vorhanden sind.Letzte Aktualisierung: 07.03.2012 - 00:19 - vor 76 Tagen.


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