Simon H. aus der Schweiz hatte alles Mögliche und Unmögliche ausprobiert. Das Schlimmste war aber die Angstmacherei und er hat im Nachhinein die Feststellung gemacht, dass Ärzte viele Behauptungen aufstellen, aber letztendlich keine Ahnung haben woher Tinnitus kommt. Erst nach dem Training haben ihn das Ärzte, nachdem er sie etwas löcherte, selbst zugeben, obwohl sie vorher etwas anderes behaupteten. Er hat das neue 3-Tages-Training gegen Tinnitus besucht. Hier ist man weg vom Alltag und kann sich ganz auf seinen Tinnitus konzentrieren und darf nicht weghören.
Herr H. hat diese Tabelle erstellt, die ich hier veröffentlichen darf. Sie stellt eine Zusammenfassung seines Leidensdrucks dar und wie hilflos man ist um nur seinen Tinnitus loszubekommen. Das Ergebnis war extreme Panik, Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen und Kontaktaufnahme einer Sterbeorganisation (ist in der Schweiz möglich). Das war auch eine extreme Belastung für seine Freundin.
Die Diagnosen der Flimmerhärchen, Gehör kaputt oder der Behauptung, der Tinnitus würde sich im Hirn festsetzen und nie mehr weggehen, etc. hatte nur eines bei Simon erreicht: Panikattacken und Hilflosigkeit. Hiobsbotschaften und Druck seitens der Ärzte sind in Deutschland und der Schweiz nicht anders.
| Zeit | Behandlung | Diagnose | Therapie | Wirkung |
|---|---|---|---|---|
| Dez. 2010 | HNO-Arzt | Tubenmittelohrkatarrh, Gehör in Ordnung nach Audiometrie. Trommelfell gerötet | Antibiotika, Kortisonspray, Nasenballon | keine |
| Spital O. | Tinnitus unbekannt. Gehörtests, Gehör in Ordnung. | Infusionstherapie Cortison, Diverse starke Beruhigungsmittel. Temesta, Valium, Dormicum. | Keine, nur starke Nebenwirkungen | |
| HNO-Klinik in B. | Tubenkatarrh, Gehör in Ordnung nach Audiometrie. Druckmessung--> Tubenfunktionsstörungen. | Antibiotika, Nasenspray | keine | |
| Hausarzt | Tubenkatarrh , Gehörtest, Gehör in Ordnung | Ich soll normal weiter leben. | keine | |
| Feb. 2011 | Psychiater | keine | Abgabe von Antidepressiva | nicht eingenommen |
| Naturarzt | Entzündung der Schleimhäute | Kräutermischung, Homöopathie | keine | |
| Tinnitus-Psychologe | Angststörung vom Schleudertrauma | Antidepressiva zum Anpassen des Hörfilters vom Hirn. | keine | |
| Akupunktur | Entzündung | Nadeln im Ohr | keine | |
| Geistheiler | Keine konkrete. Er sehe eine Störung. | Energieübertragung | keine | |
| Mär. 2011 | Tinnitusliga | Innenohrschaden | Selbsthilfegruppe. Die Leiterin sagte, ich würde mein Leben lang leiden und nie mehr schlafen können. | nicht teilgenommen. Durch Aussage der Leiterin extreme Panik entwickelt. |
| Osteopath | Verspannung der Hirnhaut | Manuelle Therapie | keine | |
| Bioresonanz-Therapie | Pilz, Virus | Generator, Energiesteine. | keine | |
| Apr. 2011 | Tinnitus Professorin | Kein Innenohrschaden, Ursache Tinnitus unbekannt. | Angebot für Psychosomatik, Aufmerksamkeitstraining | nicht teilgenommen |
| Daub-Methode | Verspannungen der Kiefer-, Nacken- und Schultermuskualtur. Fehlhaltungen. | Logische Erklärungen der Ursache, Training | Erfolge schon am zweiten Tag. Keine Medikamente mehr nötig zum Schlafen. Siehe Text |
Tag 1
Meine Freundin und ich wurden herzlich empfangen. Fanden es super, dass meine Freundin bei allen Sitzungen dabei sein durfte und sich somit auch auf die Übungen konzentrieren konnte und wie diese richtig ausgeführt werden (1). Erst einmal war ich mehr als überrascht, wie sehr ich eigentlich verspannt bin und bei welchen Tätigkeiten ich überall dieselben Verspannungsmuster an den Tag lege. Praktisch bei jeder Tätigkeit treten meine Verspannungsmuster auf. Viele Dinge wurden plötzlich klar und logisch, weshalb ich seit Jahren an so manchem zu leiden habe/hatte (übermäßiges Schwitzen, starke Schmerzen in der Schulter und auf dem Schulterblatt, Einschlafen der einzelnen Finger, Zähneknirschen, Schluckprobleme, Atemprobleme, Ohrenknacken, Druckausgleichsprobleme, Stimmungsschwankungen).
Viele Übungen wurden gezeigt, wie ich meine Kiefermuskulatur und die Schultern entspannen & lockern kann. Ebenso wie ich meine Grundhaltung wieder in Ursprungsform korrigieren muss. Tinnitus fuhr leicht herunter, war immer noch hörbar. Die Angst vor lauten Tönen war bei mir extrem ausgeprägt. Frau Daub erzeugte sehr laute & hohe Töne, ich musste mich dabei auf die Übungen konzentrieren, ohne anzuspannen. Der Tinnitus zeigte keine Reaktion. Der 1.Tag war vorbei und ich ging mit meiner Freundin essen. Dabei gingen wir eine längere Strecke bergaufwärts. Die Nacht war der totale Horror. Der Tinnitus wurde plötzlich extrem laut. Ich hatte Panik und Angst, dass durch die lauten Schreie von Frau Daub das Gehör beschädigt/gestresst wurde und deshalb der Tinnitus jetzt wieder so laut wurde. Wollte deshalb das Ganze abbrechen und den Heimweg antreten. Hatte die ganze Nacht kaum geschlafen, nur mit Hilfe einer Schlaftablette, war fertig, verunsichert und hatte extreme Panik.
Tag 2
Dank Gedränge meiner Freundin nicht aufgegeben und trotz lautem Pfeifton in den Ohren wieder zum Training gekommen. Habe von meiner schlimmen Nacht berichtet und wie laut der Tinnitus zurzeit ist. Und über meine Angst dass die Schreie mein Gehör geschädigt haben könnten. Frau Daub war ganz ruhig und sagte, dass Lautstärke keinen Tinnitus auslösen, sondern Verspannungen. Wiederholte Lockerungsübungen um Tinnitus wieder herunterzuschrauben. Der Tinnitus wurde tatsächlich nach einiger Zeit wieder leiser und war dann wieder in die "Ursprungs-Lautstärke" zurückgegangen.
Dann wurde ich erneut meiner Angst vor lauten Tönen entgegengestellt und sie machte nochmals hohe laute Töne. Musste gleichzeitig bewusst lockern, damit keine Verspannung auftritt. Der Tinnitus reagierte dabei nicht. Nun musste ich bewusst anspannen und Frau Daub erzeugte dieselben Töne und dabei reagierte der Tinnitus indem er wieder hoch ging und lauter wurde. Dies hat mir klar gezeigt, dass ich jedes Mal anspanne, wenn ich etwas lautes höre, vor Angst dass mein Gehör Schaden nehmen könnte oder mein Tinnitus noch lauter wird.
Gegen Schluss von diesem Tag konnte ich meinen Tinnitus einseitig, jeweils rechts und links leiser werden lassen. Der Abend danach verbrachte ich mit meiner Freundin in Ludwigsburg. Dabei achtete ich genau auf meine Körperhaltung und auf meine Atmung. An diesem Abend war es ziemlich heiß und feucht. Plötzlich machte mich meine Freundin darauf aufmerksam, dass ich ja gar nicht besonders schwitze, so wie sonst immer. Danach waren wir nochmals Essen in einer Gartenwirtschaft und ich stellte fest, dass ich meinen Tinnitus kaum mehr wahrnahm. Diese Nacht versuchte ich erstmals seit langem ohne Schlaftabletten zu schlafen. Ich konnte tatsächlich schlafen, jedoch nicht besonders lange. Mein Körper musste sich erst an ein Leben ohne Schlaftabletten gewöhnen.
Tag 3
Es wurden alle Übungen nochmals wiederholt und durchgegangen, dass ich es auch alleine Zuhause schaffen kann. Es wurde mehr darauf geachtet, dass ich meinen Tinnitus jetzt noch komplett "abschalten" und herunterfahren kann. Leider gelang mir das nicht komplett. Ich konnte nur einseitig loslassen und den Tinnitus so nur jeweils auf einem Ohr herunterfahren, dass ich ihn nicht mehr wahrnehmen konnte. Bei der Heimfahrt ist er leider wieder ein wenig lauter geworden.
Zustand bis heute:
Habe es noch nicht geschafft, all meine Verspannungsmuster abzulegen und meinen Tinnitus komplett herunterzufahren. Im Liegen kann ich den Ton am einfachsten beeinflussen und ihn leiser werden lassen. Jedoch immer noch nur einseitig und nicht für lange. Ein mal hatte ich es allerdings geschafft, da war mein Tinnitus ganz weg.
Schlafe nicht mehr mit Tabletten, kann jetzt ohne Medikamente mehr oder weniger gut schlafen. Knacken im Ohr ist weg. Nacken und Schulterschmerzen, womit ich 5 Jahre zu kämpfen hatte, bringe ich jetzt selbst weg. Zwar gelingt es nicht immer sofort, doch ich weiß wie es geht und worauf es ankommt. Der Tinnitus ist insgesamt leiser geworden und einigermaßen erträglich.
Am 02. August 2011 war Nationalfeiertag in der Schweiz mit Feuerwerk. Durch das Feuerwerk habe ich mich wieder verspannt, denn die Angst der ständigen Behauptungen "das Gehör würde kaputt gehen", sitzt tiefer im Gedächtnis als Alles andere und dadurch wurde der Tinnitus extrem aggressiv. Ich habe mich über das Feuerwerk geärgert und dabei angespannt. Leider habe ich vergessen während des Feuerwerks zu üben, was anschließend keine Tinnitus-Reaktion ausgelöst hätte. Doch aus Schaden wird man klug. Sobald der Tinnitus wieder so extrem ist, habe ich Panik und verspanne extrem. Die Übungen konnte ich vor lauter Anspannung gar nicht mehr ausführen und fühlte regelrecht die Verkrampfung. Dann habe ich extrem geübt und geübt und habe es tatsächlich geschafft. Nach dem 2. Tag meiner Verkrampfung und dem Üben bis um 1 Uhr nachts schlief ich ein und wachte gegen 4 Uhr auf, völlig geräuschlos. Ich hielt mir die Ohren zu und tatsächlich, er war weg. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis. Das hielt 6 Std. an und als ich morgens aufstand fing es wieder leicht an, weil ich wieder verspannte.
Dieses Erlebnis zeigte mir, dass die Übungen nicht nur funktionieren, sondern Tinnitus nichts mit dem Gehör zu tun hat, sondern von Verspannungen verursacht wird. Nach diesem Erlebnis habe ich jetzt eine absolute Sicherheit es hinzubekommen, den Tinnitus zu besiegen. Ich kann jetzt sogar meine Verspannungen auseinanderhalten und weiß, was ich falsch mache, wenn es rauscht und was ich falsch mache, wenn es pfeift.
Daran werde ich arbeiten, denn ich weiß, dass er ja wieder runterfährt und mein Ziel ist, ihn nicht nur für kurze Zeit komplett wegzutrainieren, sondern für immer und das werde ich schaffen. Mich verunsichert niemand mehr!
Tinnitus ist nicht etwas, das plötzlich auftritt und plötzlich weg ist. Es traten auch vorher immer mal wieder Ohrgeräusche auf, die aber schnell wieder verschwanden oder an die man sich gar nicht mehr wirklich erinnert. Erst, wenn der Tinnitus dauerhaft anhält, glaubt man ihn "plötzlich" bekommen zu haben. Irrtum und Fehlglauben. Je länger ein Tinnitus besteht, desto schwieriger ist das Üben, das ist das ganze Problem.
Das "Tinnitus-Muster" bleibt ein Leben lang erhalten, da es von Kindheit an entstanden ist und sich je nach Lebensart immer mehr verstärkt. Man muss nur lernen es zu kontrollieren. So kann jederzeit wieder ein Ohrgeräusch auftreten, doch das stellt kein Problem dar, sondern ist ein Hinweis darauf, dass man mal wieder verspannt hat. Dann kontrolliert man seine Verspannungsmuster und bekommt den Tinnitus wieder in den Griff.
Hinweis der Redaktion:Die nächsten Probleme entstehen, wenn Herr H. seinen Tinnitus weg hat und es ihm niemand glaubt, weil die ständige Verbreitung von Fehlinformationen und Falschdiagnosen auch Laien veranlasst nachzuplappern.Letzte Aktualisierung: 11.12.2011 - 12:23 - vor 163 Tagen.