Einen Bandscheibenvorfall zu bekommen ist ein schmerzhaftes Unterfangen. Sind die Schmerzen aber so stark, dass man Morphium nehmen muss, sucht man verzweifelt nach Hilfe. Erst in einer Spezialklinik sieht man die armen Opfer, denen eine Operation nicht geholfen hat. Die Schmerzen sind stärker wie vorher und die Dosis an Morphinen wird erhöht. "Das ist kein Leben, so möchte ich nicht enden", beschloss Herr Wernig.
Meine Schmerzen sind die Hölle
Herr Michael Wernig, damals 47 Jahre alt, hatte in seinem Leben immer viel Sport betrieben, darunter auch fast 20 Jahre Kampfsport. Beruflich viel mit dem Auto unterwegs, wollte er als Ausgleich und zur Vorbeugung etwas für seinen Rücken tun. Seit ca. 3 Jahren besuchte er ein bekanntes medizinisches Rücken-Training. So hoffte er auftretenden Rückenproblemen auf effektive Art und Weise vorzubeugen.
Seit November 2005 hatte er nämlich Schmerzen im Iliosakralbereich. Diese traten immer mal wieder für 6 Wochen im Jahr auf. Im Jahr 2007 erwischte es ihn aber sehr heftig. Der Tod des Vaters im Juli 2007 bedeutete auch eine seelische Belastung. Durch die ganzen Formalitäten bedingt wuchs auch sein beruflicher Stress. Er war viel unterwegs und daher immer unter Zeitdruck, Termine entsprechend einzuhalten. In dieser Zeit konnte er wenig für sich und seinen Körper tun. So glaubte er.
Beginn der Schmerzen
Am Samstag, den 21.07.2007 ging er mit seiner Mutter auf das Grab seines Vaters. Es hatte geregnet und alles war nass. Er wollte auf dem Grab zwei große Pflanzschalen verrücken. Um seinen Anzug nicht schmutzig zu machen versuchte er dies mit aller Vorsicht und hob die Pflanzschalen dabei hoch und etwas von sich weg. Sofort spürte er einen stechenden Schmerz im Rücken. Bei der zweiten Pflanzschale wurde der Schmerz noch stärker. Er konnte sich nur mit Mühe gerade halten. Die Schmerzen nahmen an Heftigkeit zu und wurden nicht besser. Er musste jetzt aber noch 1,5 Std. mit dem Auto nach Hause fahren, wodurch die Schmerzen aber auch nicht besser wurden. Das Ganze verstärkte sich immer mehr, der Schmerz hatte sich jetzt bis in die Zehen ausgebreitet. Der Weg zum Arzt war unaufschiebbar geworden.
Die ihm verordnete Krankengymnastik nahm er wahr und übte dennoch seinen Beruf aus, in der Hoffnung auf Besserung. Eine Linderung trat nicht ein. Die Schmerzen wurden immer heftiger bis unerträglich, beim Stehen, Sitzen und Liegen. Vor allen Dingen nachts konnte er nicht mehr schlafen. Es war die Hölle. Er machte Selbstversuche und stellte fest, dass nach 15 minütigem Gehen die Schmerzen besser und nach 30 Min. fast weg waren. Was für eine Erleichterung! So lief er nachts durch die Wohnung, immer hin und her, um sich dann wieder für kurze Zeit hinzulegen und nach Schmerzeintritt wieder zu laufen. Sein Schlafpensum ist dadurch natürlich rapide gesunken und er war tagsüber durch Schlafentzug und Schmerzen ziemlich kaputt.
Was tun um die Schmerzen zu lindern?
Herr Wernig ging dann zu zwei verschiedenen Orthopäden, die versuchten ihn einzurenken. Für ca. 30 Min. war es besser, aber dann kam der Schmerz wieder genauso heftig zurück wie vorher. So ging er für 10 Tage in die orthopädische Klinik nach Braunfels. Dort gab man ihm Morphium, machte eine CT (Computertomographie), röntge ihn, untersuchte ihn neurologisch und diagnostizierte ihm einen Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich zwischen L4 und L5 links, nebenbei stellte man noch einen älteren Bandscheibenvorfall zwischen L5 und S1, auch links fest. Das waren also seine anderen Schmerzen, die immer einmal im Jahr für 6 Wochen auftraten.
Zwischenzeitlich sind auch Lähmungserscheinungen bis in den Fuß aufgetreten und ein Taubheitsgefühl in den Zehen. Herr Wernig konnte den Fuß nicht mehr richtig bewegen, denn der Bandscheibenvorfall drückte in den Nervenkanal, der dann diese heftigen Schmerzen und die Lähmung hervorriefen. Man bot ihm an eine Operation durchführen zu lassen, in welcher man die herausgetretene Bandscheibenmasse entfernen würde. So ähnlich wie dies bei Meniskusoperationen gemacht wird.
Herr Wernig hatte sich aber schlau gemacht. Die Ergebnisse solcher OPs zeigten keine vielversprechenden Aussichten. Nur 2 Drittel der Betroffenen erfährt nach seiner Recherche eine Linderung. Beim anderen Drittel ist keine Besserung vorhanden oder es verschlimmert sich. Wer weiß schon, zu welchem Drittel man gehört. Herr Wernig lehnte deshalb eine solche OP strikt ab, weil er Menschen nach einer solchen OP in der Klinik gesehen hatte, die teilweise im Rollstuhl gelandet sind und dennoch starke Schmerztabletten bis ihn zu Morphium erhielten. So wollte er keinesfalls enden. Nach seiner Entscheidung gegen eine OP wurde er aus der Klinik, nach 10 Tagen stationärem Aufenthalt, entlassen.
Eine weitere Klinik
Jetzt ging es für 3 Wochen in die nächste Klinik nach Bad Cannberg. Dort machte er täglich 9 Anwendungen, angefangen von Krankengymnastik einzeln, Krankengymnastik in der Gruppe, Rückenkräftigungstraining, Wassergymnastik einzeln, Wassergymnastik in der Gruppe, Elektrotherapie, medizinische Kräftigungstherapie, die seinen Angaben zufolge eine reine "Muckibude" war, mit Gewichtheben unter Anleitung, er erhielt täglich Massagen und zum Entspannen Kräuterbäder. Das alles war täglich ein voll ausgebuchter Tagesablauf.
Seine Schmerzen wurden aber kein bisschen weniger. Als er sah, wie viele andere Betroffene mit Morphium behandelt wurden, entschloss er sich, seine Schmerzmittel komplett abzusetzen. Er lernte den Schmerz zu ertragen, das war besser, als jede Abhängigkeit von Schmerzmitteln. Er sah andere, die mit Medikamenten im wahrsten Sinne des Wortes vollgedröhnt waren und nur apathisch herumliefen und so etwas wollte er nicht. Nachts war immer noch die Hölle.
So suchte er sich nachts in der riesigen Klinik einen langen und geraden Gang und lief und lief, immer auf und ab. Er zählte jeden Schritt, berechnete, dass er eine Schrittlänge von ca. 80 cm besitzt und so wanderte er Nacht für Nacht ca. 20 km durch die Klinikgänge. Nur so waren seine Schmerzen nach 30 Minuten laufen weg. In dieser Zeit hat er zwar unheimlich viel gegessen, aber trotzdem 15 kg an Körpergewicht verloren. Schmerzen zehren, davon kann jeder, der sie schon hatte ein Lied davon singen. Nach 3 Wochen mit täglich 9 Anwendungen und medizinischer Betreuung hatte er keinerlei Besserung zu verbuchen. Alles war wie gehabt. Seine einzige Hilfe war das lange Gehen, denn danach hatte er für ca. 2-3 Std. Ruhe, bis die Schmerzen wieder zurückkamen.
Die weitere Suche nach Hilfe
Herr Wernig suchte nach einer Lösung. Das Internet ist hier eine gute Quelle. So stieß er auf die Daub-Methode. Alles was er bisher gemacht hatte, waren Behandlungen von außen, wobei er immer unbeteiligt blieb. Auch Bewegung und Hanteltraining war etwas "von außen" und brachte überhaupt nichts. Als er die Internetseite der Daub-Methode durchlas erschein ihm alles logisch. Hier wurde beschrieben, dass man sich selbst durch Fehlhaltung und falsche Gewohnheiten Alles selbst angetan hat. Will man deshalb eine dauerhafte Lösung für die Schmerzen haben, so muss man dauerhaft seine Haltung und unterschiedliche Bewegungsabläufe ändern. Das machte für ihn Sinn.
Damals bot ich einen kostenlosen Vortrag an und zu dem kam Herr Wernig dazu. Er stellte sich ganz hinten hin und konnte kaum sitzen. Die ganze Zeit über lief er umher. Ich wunderte mich, fragte aber nicht nach. Erst nachher wurde klar, dass er starke Schmerzen hatte und nur das Laufen für ihn eine Hilfe darstellte. Herr Wernig wollte sofort mit dem Training beginnen, noch am selben Abend. Das stellte sich aber als schwierig heraus. Die Zeit war schon vorgerückt und es war zwischenzeitlich nach 21 Uhr geworden. Wir machten deshalb einen anderen Termin aus. Ich konnte sofort sein Problem erkennen, es war genau dasselbe, wie bei vielen anderen auch. Durch das viele Muskeltraining hatte er zwar einen "breiten Rücken" bekommen, aber seine Rückenmuskeln trotz seines Rücken-Trainings nicht wirklich aufgebaut. Das klingt für viele unverständlich, das versteht man aber erst durch Erklärung der unterschiedlichen Zusammenhänge und durch die Praxis.
Schon nach der ersten Trainingseinheit spürte er eine Besserung. Herr Wernig wohnte ca. 3 Std. Autofahrt vom Trainingsraum entfernt. Normalerweise musste er immer anhalten und dann ca. 45 Min laufen, damit er wieder weiterfahren konnte. Nach dem ersten Training war auch dies schon etwas anders. Die letzten 60 km spürte er wieder die Schmerzen, doch er machte die neuen Übungen während des Autofahrens und so konnte er ohne Unterbrechung nach Hause fahren. Jetzt lag es an ihm sich selbst sich zu helfen und endlich die erhoffte Linderung herbeizuführen. Nach und nach fühlte er eine Besserung. Schon nach wenigen Tagen waren seine Schmerzen besser und nach ca. 1 Woche schon erheblich verschwunden. Er fühlte sich wieder fit.
Endlich schmerzfrei!
Herr Wernig besuchte 3 Mal ein Einzel-Trainigund und schaffte die ersehnte Schmerzfreiheit, die bis heute anhält. Für ihn war es ganz wichtig zu erfahren, dass er selbst durch Fehlhaltung und Fehlbewegung von verschiedenen Bewegungsabläufen selbst seine Probleme verursacht hatte. Ändert man seine Verhaltensmuster, was anfangs ungewohnt ist, so bekommt man seine Probleme selbst wieder in den Griff. Hier ist es vor allen Dingen wichtig anfangs nicht nachlässig zu werden, weil man nun keine Schmerzen mehr hat. Das Training läuft immer besser und automatischer ab und geht ins Unterbewusstsein über. Dann macht man viele Dinge automatisch, die einem vorher schwer gefallen sind.
Wer solche Schmerzen und Probleme hat ist nicht krank, sondern lediglich eine Fehlhaltung. Herr Wernig konnte dies am eigenen Körper erfahren und das sehr schmerzhaft. Hierbei hat auch sein Sport und Rücken-Training nicht zu einer Verbesserung beigetragen, sondern den Bandscheibenvorfall begünstigt, weil er aus dieser Fehlhaltung heraus geübt hatte.
So war es nur eine Frage der Zeit, bis es zu Rückenproblemen kam. Es geht in erster Linie darum zu erkennen, dass man sich vieles SELBST zugefügt hat. Genau das ist der Grund, warum nur JEDER SICH SELBST helfen kann. Viele Operationen sind unnötig und die vielen Berufsumschulungen müssen auch nicht sein. Leider glauben und machen viele nur das, was andere ihnen glauben machen. Hier herrscht in der Medizin ein großer Mißstand, der mit Sport nicht behoben werden kann. (Bericht vom 12.11.2007 - bis heute ist Herr Wernig schmerzfrei)
Letzte Aktualisierung: 11.12.2011 - 12:23 - vor 163 Tagen.