Symptome - Entstehung

Die heutige Zeit ist geprägt von unzähligen körperlichen Beschwerden, deren Ursache häufig Kopfzerbrechen bereitet. "Ich kann meinen Arm nicht mehr hochheben." - "Meine Augen sind ganz trocken." - "Die Beweglichkeit meiner Finger ist eingeschränkt." - "Meine Schultern schmerzen ständig." - "Ich habe Rückenschmerzen." - Vielleicht kennen Sie solche Beschwerden und haben die Feststellung gemacht, eine dauerhafte Hilfe gibt es nicht.

Unter Schulterschmerzen leiden fast die meisten Frauen, mitunter teilweise bis hin zu dauerhaft. Solche Schmerzen können sogar zu einem regelrechten Wundscherz ausarten, wie es bei mir auch der Fall war. Auf dauerhafte Hilfe hofft man allerdings vergebens. Warum ist das so? Warum kann der Mensch die kompliziertesten Operationen durchführen scheitert aber bei solch kleinen Problemen wie oben genannte Schulterschmerzen? Medizin und Wissenschaft geht davon aus, dass körperliche Symptome durch äußere Einflüsse entstanden sind. Wer ständig seine Finger für feinmotorische Aufgaben benötigt wird zwangsweise körperliche Probleme bekommen. Wer ständig schwere Gegenstände hochhebt leidet irgendwann zwangsläufig unter Rückenproblemen. Menschen nennen solche Tätigkeiten "einseitig". Der Glaube an solche Einseitigkeiten und körperlicher Beschwerden ist weit verbreitet. Man glaubt zwangsläufig daran, Tätigkeiten sind für körperliche Beschwerden und Schmerzen verantwortlich. Nun kommt die Technik ins Spiel. In der Medizin wurden durch immer raffiniertere technische Möglichkeiten Operationen vereinfacht und als Routine betrachtet. Ist die Medizin aber deshalb auch weit entwickelt?

Die Frage nach der Notwendigkeit einer Operation stellt sich aber meist gar nicht. Die Betrachtung nach der Ursache ist ein oberflächliches Unterfangen. Man betrachtet die Dinge nicht tiefer und präziser. Rückenschmerzen = körperliche Arbeit, Rückenschmerzen = langes Sitzen. Das ist die weit verbreitete Meinung. Der Mensch macht nichts falsch, es ist seine Arbeit, die falsch ist. So werden um den Menschen herum Geräte und Gegenstände entwickelt. Wer Rückenschmerzen hat und viel sitzen muss, benötigt einen anderen Stuhl. Es kann ja nur am Stuhl liegen. Wer unter Schlafstörungen leidet benötigt eine andere Schlafunterlage. Alle Probleme liegen demanch nicht am Menschen selbst, sondern nur an dem drumherum. Der Mensch macht Alles richtig, seine Tätigkeit macht "krank".

Wer diese falsche Meinung entwickelt hat und wie sie entstanden ist, ist unklar. Jedenfalls ist sie ein lukratives Geschäft. Jemand entwickelt eine neue Geschäftsidee, vermarktet sie entsprechend und dann wird sie verkauft. Ein bis heute für mich schmunzelndes "Gerät" sind die Nordic-Walking-Stöcke. Als ich jemanden zum ersten Mal damit laufen sah, musste ich lachen und fragte mich wo er seine Ski gelassen hatte. Wer einmal genauer und logischer darüber nachdenkt, dem sollte klar sein, welcher Unsinn hier vermarktet wird. Ein ganzer Geschäftszweig macht Menschen glauben, sie benötigen Kurse um mit diesen Stöcken laufen zu lernen und wie gut es für ihre Gesundheit wäre und Blabla. Was man ständig sieht und hört wird normal und darüber denkt man nicht mehr nach. Manchmal fragt man sich doch wirklich wie weit die Verdummung noch geht. Was lassen sich Menschen noch Alles andrehen und aufschwatzen?

Wo liegt die Frage nach der echten Notwendigkeit? Weil technische Entwicklung Einzug in der Medizin gehalten hat, deshalb ist die Medizin auch weit fortgeschritten? Wer fragt nach der Notwendigkeit vieler Operationen? Ist eine Meniskusoperation überhaupt notwendig? Ist eine Schnappfinger-Operation notwendig? Ist eine Rückenschule notwendig und beugt sie Rückenproblemen vor? Wir stellen uns diesen Fragen überhaupt nicht, wir denken gar nicht darüber nach. Es wird irgendein Konstrukt zusammengeschustert und mundgerecht dem Verbraucher angeboten. Der glaubt es und ist bemüht seinem Körper das Bestmögliche zukommen zu lassen. Doch wer sagt uns eigentlich wo es lang geht? Kein Arzt, kein Therapeut, kein Wissenschaftler - nur unser Körper.

Er bestimmt darüber, ob wir Schmerzen haben. Der tollste ergonomisch geformte und rückenschonendste Stuhl kann dem Körper nicht helfen. Das tollste Bett hilft nicht bei Schlaflosigkeit. Die beste Schuheinlage und der beste Schuh hilft nicht bei Knieproblemen. Das Ganze dient nur der Vermarktung und der Bequemlichkeit. Behandeln ohne Nachzudenken. Eine Pille und das Problem ist gelöst. Wer so denkt und danach lebt, soll dies weiterhin tun. Sein Körper reagiert aber hoffentlich nie mit Schmerzen, denn spätestens dann stellt man fest, dass die Hilfe ausbleibt. Da nützen all die vielen vorbeugenden Maßnahmen, die man unternommen hatte nichts. Da fragt man sich dann, warum man trotz medizinischer Rückenschule einen Bandscheibenvorfall bekommen hatte. Da fragte man sich, warum man trotz Einlagen und/ oder tollen Wackelschuhen Knieprobleme hat. Erst jetzt denkt man über das System nach und lügt und beschwichtigt sich wieder selbst. "Ich habe viel zu viel gearbeitet, meine Psyche ist belastet, daher die Probleme." Es kann ja nur die Arbeit sein, was sonst? Die schlimme, schlimme Arbeit, die uns so krank macht.

Nein, es ist nicht die Arbeit, auch nicht die körperliche Arbeit die uns krank macht. Es sind wir selbst. Wir selbst belasten unseren Körper, halten uns falsch, bewegen uns falsch. Wir sind es, nicht das drumherum. Wir benötigen keine teuren ergonomischen Stühle. Wir benötigen keine teuren Schnickschnack-Matratzen und hochmodernen Wellen-Kissen. Wir benötigen keine Nordic-Walking-Stöcke um gesund zu bleiben. Wir benötigen lediglich einen gesunden Menschenverstand um diesen Unverstand des reinen Konsumdenkens zu unterbinden.

Lassen Sie 10 Menschen einen Nagel in die Wand schlagen und sie werden 10 mögliche Variationen feststellen. Nicht sichtbar, nein! Die Unterschiede liegen in kleinsten Nuancen diese Tätigkeit zu vollbringen. Lassen Sie 10 Menschen einen 20kg schweren Sack hochheben und es wird 10 mal anders sein. Lassen Sie 10 Menschen auf einem Stuhl für eine Stunde vor einem PC arbeitend sitzen. Sie werden 10 mal anders sitzen. Daher rühren die vielen unterschiedlichen Probleme. Nicht sofort, nein über Jahre. Es dauert Jahre, bis die eigene Fehlhaltung und Fehlbewegung sich in Form unterschiedlicher Symptome "meldet". Plötzlich haben wir ein Problem! Plötzlich schmerzt der Arm! Plötzlich schmerzt die Schulter! Sie schmerzt, weil ich Dinge falsch gemacht habe und nicht richtig. Ich habe Schulterschmerzen, weil ich ständig unnötig Muskeln anspanne und es nicht bemerke. Demzufolge entstehen im Arm weitere Folgesymptome wie Durchblutungsstörungen, Schnappfinger, Karpaltunnel, Unterentwicklung der Muskulatur, Kraftlosigkeit, Handgelenksschwäche. Sie glauben das nicht?

Unser Körper funktioniert perfekt. Jeder Körper funktioniert perfekt. Wir müssen ihn aber auch lassen und genau das tun wir nicht. Unter Zeitdruck halten wir unnütz unterschiedliche Muskeln fest. Sie spannen an und führen zu Schmerzen. Jeder spannt andere Muskeln an. Lediglich die Entspannung ist immer dieselbe. Wer dieses Verspannungsmuster einmal intus hat, bekommt es nicht mehr los. Selbst im Liegen und in Ruhe spannen wir an. Diese Erfahrung konnte ich schon im Anfangsstadium der Entwicklung der Daub-Methode bei mir selbst beobachten. Man spannt Muskeln ständig an und bemerkt es nicht und man sieht es auch nicht. Es gehört Erfahrung und Wissen dazu solche Verspannungsmuster zu lösen.

Es gibt Berufe, in denen solche Verspannungsmuster eine Karriere ruinieren. Ein Konzertpianist übt pro Tag ca. 6-8 Std. oder mehr auf seinem Flügel. Er sitzt auf keinem ergonomischen Klavierstuhl mit Rückenlehne, Armstützen und allem möglichen Schnickschnack. Nein, er sitzt wie vor zig Jahren schon auf einem ganz normalen, lehnenfreiem Stuhl, der etwas gepolstert ist. Er hält die Arme frei und hat für seine Finger keine Handgelenksstütze. Er muss so locker wie möglich sein. Trillert er mit zwei Fingern (hier werden abwechselnd in schneller Reihenfolge zwei Töne nacheinander gespielt), dann darf er dabei nicht verkrampfen. Jegliche falsche Anspannung führt zu Schmerzen und dann darf er seinen Beruf an den Nagel hängen. Hier bedarf es einer ausgefeilten Technik. Finger kann man nur dann locker benutzen, wenn sie locker sind. Leider ist das bei vielen nicht mehr der Fall. Sie sind angespannt und werden immer starrer.

Letzte Aktualisierung: 11.12.2011 - 12:23 - vor 163 Tagen.
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