Jeder hat das schon am eigenen Leib erlebt. Man hat sich verletzt, es blutet und ein Pflaster schützt die Wunde. Je größer und schmerzender die Wunde ist, desto mehr will man darauf achten. Genau dann passiert es! Ständig stößt man sich genau an dieser Stelle an. Jetzt will man noch mehr darauf aufpassen. Irgendwie gelingt es nicht. Schon wieder hat man sich angestoßen! Warum eigentlich?
Hat man sich z.B. am Finger, Ellenbogen oder Arm verletzt, so versucht man den ganzen Arm und die Finger bei Bewegung zu schützen. Schützen bedeutet aber festhalten. Und sobald man den Arm festhält bewegt er sich nicht mehr natürlich, sondern starrer. Die Abstände werden vom Hirn nicht mehr nach dem natürlichen Bewegungsablauf so koordiniert wie vor der Verletzung und die Folge ist, dass man sich wieder anschlägt, verletzt oder schmerzhaft an Etwas streift. Je mehr man auf eine Verletzung achtet, desto mehr hält man die Muskeln fest.
Wer auf seinen Arm fällt und eine langanhaltende Prellung davonträgt, die ziemlich schmerzt, wird lange schonen. Irgendwann ist aber der Schmerz vorbei und man sollte dieselben Bewegungen ausführen können wie vorher. Weit gefehlt. So kann es plötzlich vorkommen, dass man den Arm nicht mehr hoch strecken kann. vor dem Sturz ging Alles problemlos und jetzt nach Monaten nicht mehr. Die Vermutung einer inneren Verletzung bestätigt sich nicht oder wird nach mehrmaligen Arztbesuchen zu Rate gezogen. Ein Befund ist aber nicht angezeigt. Alles ist in Ordnung. Die Bewegung des Armes wird immer mehr eingeschränkt und schmerzt immer mehr.
Es kann nur am Sturz liegen!
Diese Vermutung liegt zwar nahe, ist aber sehr häufig nicht der Fall. Schon häufig kamen Teilnehmer zu mir, die nach wenigen Stunden endlich merkten, wie sie den Arm wieder problemlos und schmerzfrei hochhalten konnten. Ist diese Hürde einmal überwunden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Hirn und man selbst wieder die neuen oder besser alten Bewegungsabläufe gelernt hat und endlich der Schmerz aus dem Gedächtnis und der Einbildung verbannt ist. Schonhaltungen gibt es in zig Variationen und führen zu weitreichenden Symptomen bis hin zu echten Entzündungen, Veränderungen und Degenerationen. Das muss nicht sein, durchbricht man dieses Muster.
Ein Autounfall mit Schleudertrauma
Schon das Wort "Schleudertrauma" löst eine Verspannung mit Schonhaltung aus. Es schmerzt im Genick und sofort ahnt und vermutet man das Schlimmste. Heutzutage wird leider Alles viel zu stark überbewertet und hochstilisiert. Aus Kleinigkeiten werden Katastrophen herbeigeredet. Mit solchen Einstellungen und der entsprechenden Schonhaltung wird aus einem Schleudertrauma gleich ein ganzes Sammelsurium von Symptomen. Es ist nicht das Schleudertrauma, das hier Ursache ist, die wahre Ursache sind die Gedanken an dieses Missgeschick und die damit verbundene Schonhaltung. Muskeln müssen sich natürlich bewegen. Hält man sie ständig fest verspannen sie und mit noch weitere andere Muskelpartien. Ein Teufelskreis hat begonnen. So kommt es zu weiteren Symptomen, Schmerzen und Befunden.
Die persönliche Einbildung schadet hier mehr. Geht man in einem solchen Zustand zu einem Arzt, Heiler oder sonst jemandem, dann macht diese Person gar nichts. Allein durch das Vertrauen lässt man etwas von seiner Verspannung los, ohne dies zu merken und schon geht es einem besser. Das ist das ganze System der Geistheilung, Akupunktur oder Homöopathie. Sie beruht auf Einbildung. Wer die möchte kann es tun. Wer wirklich die zusammenhänge und seinen Körper kennen lernen und beherrschen lernen will, kann lernen seine Verspannungen zu analysieren und zu finden.
Das ist die wahre Kunst und die hat etwas mit Arbeit zu tun und nicht mit Einbildung.
Letzte Aktualisierung: 11.12.2011 - 12:23 - vor 74 Tagen.