Das Rätsel um guten und erholsamen Schlaf ist sicher so alt wie die Menschheit selbst. Unsere Vorfahren würden sich sicherlich wundern, in welch bequemen Betten wir schlafen und dennoch Schlafstörungen haben. Vielleicht gerade deshalb?
Wieviele Schlafunterlagen haben Sie schon ausprobiert? Wieviele Kissen getauscht? Wieviele Matratzen haben Sie schon ausprobiert? Und wieviel Geld haben Sie schon ausgegeben? Schnell kommt man hier auf mehrere tausend Euro. Hat es etwas dauerhaft gebracht? Wenn Sie ehrlich sind nicht viel, denn es bedarf keiner großen Geldausgaben um gut zu schlafen.
Ein schlechter unruhiger Schlaf wird immer in Verbindung mit der Schlafunterlage gesehen. Es wird in der Werbung und vielen anderen Einrichtungen der Eindruck vermittelt, als ob man einen guten Schlaf kaufen kann, indem man die Unterlage oder das Bett tauscht. So wird viel Geld an der falschen Stelle ausgegeben, weil man den Aussagen und den häufig angepriesenen Tests und Titeln Glauben schenkt. In der Praxis sieht das aber ganz anders aus.
Es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass sich manche Aussagen über Schlafunterlagen logisch und schlüssig anhören. Nach dem Kauf ist man häufig in seiner eigenen Subjektivität gefangen. "Ich glaube schon, dass ich besser schlafen kann" oder "Ja, meine Verspannungen sind etwas besser geworden". Niemand möchte sich eingestehen, dass sein Kauf nichts gebracht hat.
Die Deutschen geben viel Geld dafür aus und dennoch wird ihre Schlafqualität nicht besser. Man kann sich vor Angeboten und medizinischen Erkenntnissen kaum retten. Ob dies allerdings der Wahrheit entspricht steht auf einem anderen Blatt geschrieben.
Häufig liest man im Zusammenhang mit dem Wort "Schlaf" auch das Wort "natürlich". Doch was ist natürlich? Viele Schlafunterlagen sind eher das Gegenteil davon. Sie sind unnatürlich und unterstützen unsere Verspannung noch. Das ist der Grund warum einige Kissen als angenehm empfunden werden, aber vollkommen indiskutabel sind. Sie verstärken die Probleme und machen Alles noch schlimmer. Da wird es immer schwieriger die Spreu vom Weizen zu trennen. Wer hat recht? Was ist richtig und was ist falsch?
Sämtliche vorgeformte Kissen fördern die Verspannung. Alle Nackenunterlagen und Nackenrollen sollten nicht benutzt werden. Eine Matratze sollte hart sein. Der Schnickschnack der Körpergewichtsanpassung kann getrost vermieden werden, denn er kostet Geld aber keine bessere Schlafqualität. Wer auf einer harten Matratze nicht schlafen kann und mit Schmerzen aufwacht spürt seine wirklichen Verspannungen. Das ist nicht angenehm, denn nicht "Alles was schmerzt taugt nichts", so glauben viele. Doch solche Schmerzen zeigen unsere Verspannungen und Fehlhaltungen und die schmerzen und tun richtig weh.
Der Bettrost oder Lattenrost kann so einfach wie möglich gehalten werden. Eine einfacher Rollrost oder ein Brett erhöhen noch den Härtegrad der Matratze und genügen völlig. Sämtlicher anderer Schnickschnack verbessert keine Schlafqualität. Die Praxis hat dies gezeigt.
Sollten sie jetzt allerdings her gehen und ihre sämtlichen Schlafunterlagen ändern, so kann es durchaus sein dass ihre Verspannungen nicht besser werden. Der Grund liegt darin, dass Sie die Zusammenhänge von Verspannungen nicht kennen. Die hängt auch mit der täglichen Fehlhaltung zusammen. Nicht die Arbeit ist schuld daran, sondern wie wir uns bei der Arbeit halten und bewegen. Das muss man neu lernen und dann die Schlafunterlage ändern. Manchmal klappt es aber auch schon so. Einfach ausprobieren und wichtig: Durchhalten.
Es dauert circa 3-4 Tage bis sich der Körper an die neue Schlafunterlage gewöhnt hat. Es kann auch länger dauern. In dieser Zeit können vermehrt Schmerzen auftreten, die Ihnen nur Ihre Verspannungen aufzeigen. Es erfordert allerdings noch etwas mehr als nur wie oben beschrieben die Schlafunterlage so einzurichten. Das kann bei dem einen, mit weniger Verspannung fabelhaft funktionieren, aber bei starken Verspannungen absolut nicht. Hier wäre ein Training von Vorteil, um unter richtiger Anleitung, selbst die schmerzhaften Muskelverspannungen zu lösen.
Ein Rundrücken oder sehr starke Schulterverspannungen unterliegen anderen Gesetzmäßigkeiten. Hier kommt es auf den Grad der Verspannung an und wie schnell man eigenverantwortlich übt um sich davon zu lösen. In wenigen Wochen kann man hier bereits viel erreichen. Wenn Sie nicht wissen wie sie schlafen sollen, dann nehmen Sie das Beispiel eines Säuglings. Ein Säugling wird ohne Kissen auf eine einfache Schlafunterlage gelegt und das war 's. Sind wir dazu nicht mehr in der Lage, sind wir verspannt und das ist mit ein Grund unseres schlechten Schlafs. Aber nicht der Hauptgrund.
Es sind nicht die Sorgen, es sind nicht die Gedanken und es ist nicht der Stress, der uns einen schlechten Schlaf beschert. Es sind lediglich unsere Verspannungen, die den Körper ermüden, erschöpfen und im Hintergrund, wie ein Computervirus, unbemerkt ablaufen.
Letzte Aktualisierung: 11.12.2011 - 12:23 - vor 163 Tagen.