Das Wort <<Deformation>> hört sich mit Sicherheit heftig an. Es ist eine durch äußere Einflüsse entstehende Veränderung von Muskeln, Knochen, Bändern. Noch einmal so ein schlimmes Wort. Doch wie immer man einen Rundrücken auch nennen möchte, das Wichtigste ist schmerzfrei damit zu leben, bis ins hohe Alter. Schmerzen entstehen nämlich erst mit zunehmendem Alter.
Kaum geht man unter Menschen erschrickt man von den vielen, vielen, Verspannungsmustern und Rundrücken, die mal stärker, mal weniger stark ausgeprägt sind. Es schmerzt einen selber dies zu sehen und zu wissen, welche Schmerzen sich dahinter verbergen. Ein Rundrücken zeigt nicht nur Veränderungen in der Wirbelsäule, sondern auch andere Körperteile sind davon betroffen. Besonders im Halsbereich wird dies deutlich. Bei Männern scheint es nicht so unschön auszusehen, dafür umso mehr bei Frauen. Der gesamte Halsbereich wird von vorne betrachtet breiter und es entstehen auf der Schulter unnötige Muskelpolster. Teilweise sieht man die angespannten Muskelstränge und kann nur vermuten, welche Schmerzen dahinterstecken. Dies einer erhöhten Körperkraft zuzusprechen wäre falsch, denn die natürliche Körperkraft geht bei einem Rundrücken verloren.
Die körperlichen Deformationen eines Rundrückens im Seitenprofil
Eine Betrachtung im Seitenprofil zeigt ebenso eine Verbreiterung des Halses bedingt durch den Rundrücken. Der Hals verkürzt sich und ist manches Mal überhaupt nicht mehr sichtbar. Ein erstes Anzeichen ist die Hemdkragenweite bei Männern. Obwohl das Hemd sonst passen würde, muss eine Kragenweite größer genommen werden. Die Wirbelsäule auf Höhe der Schulter wölbt sich nach außen, entsprechend haben sich die Muskeln mit verändert und entwickelt.
Das Brustbein erfährt zusätzlich einen enormen Druck und wölbt sich nach außen, was häufig den Hals scheinbar ganz im Kopf verschwinden lässt.
Die Beweglichkeit der Arme ist hier enorm eingeschränkt. Ein Hochstrecken bis über den Kopf und leicht nach hinten mit völlig gerade gestreckten Armen ist schmerzhaft. Die Arme können nicht mehr natürlich nach hinten verschränkt werden. So wie man sie vorne über der Brust verschränkt und übereinanderlegt, so sollte es genauso hinten auch möglich sein. In extremen Fällen besteht sogar eine Einschränkung die Arme über dem Po-Bereich so nach hinten zu halten, dass sich die Finger berühren. Auf Grund von Schmerzen wird zusätzlich eine Schonhaltung eingenommen, die hier nicht verdeutlicht werden kann, die aber einem Trainer durchaus nicht entgeht.
Die Lendenwirbelsäule bricht in Höhe der Taille nach innen ein. Je nach Grad des Rundrückens ein ständig Schmerzen verursachender Bereich. Anzunehmen hier mit Hanteln, Sport, Gymnastik oder Ähnlichem zu stärken und Muskeln aufzubauen ist ein fataler Fehler, der sich nach geraumer Zeit in noch heftigeren Schmerzen äußert. Diese Erfahrung muss aber jeder selbst machen. Glauben heißt nicht Wissen.
Die körperlichen Deformationen eines Rundrückens von hinten betrachtet
Von hinten betrachtet wirkt der Rückenbereich auf Höhe der Schulterblätter, bis hin zum Schulterbereich, wuchtig und ausladend, im Gegenteil zum normalen Rücken wie im linken Bild. Die Oberarme haben sich unnötig entwickelt und veränderten durch die Fehlhaltung und Fehlbewegung auch Rückenmuskeln mit. So sind die Muskeln, wie der dreiköpfige Armmuskel (musculus triceps brachii) und der breite Rückenmuskel (musculus latissimus dorsi) fehlentwickelt. Diese Deformation geschieht bei Vielen auch beim allgemeinem Fitnesstraining. Bei einem Rundrücken sind diese Verspannungen wesentlich hartnäckiger durch die bereits begonnenen Deformation der Wirbelsäule.
Die Pomuskulatur ist meist nicht sonderlich ausgeprägt, da sämtliche Bewegungsabläufe nur im Oberkörperbereich stattfinden und somit eine Schwächung des Rückens vorprogrammiert ist. Auch die Oberschenkelmuskulatur ist nicht normal entwickelt. Die Muskeln der Lendenwirbelsäule sind zwar vorhanden, können aber durch die Fehlhaltung und Fehlbewegungen nicht ausreichend benutzt werden.
Weitere Merkmale eines Rundrückens
Eine häufig verbreitete Meinung ist, dass Charaktereigenschaften eben so sind wie sie sind. Das stimmt nicht ganz. Viele sind Muster, die teilweise von den Eltern abgeschaut und nachgeahmt sind und andere stehen typisch bei bestimmten Symptomen. So auch bei einem Rundrücken. Hier zeigen sich verschiedene Eigenschaften, teilweise einzeln, teilweise in gemischter Form. Zusätzlich muss man zwischen Männern und Frauen unterscheiden und auch das Alter spielt eine Rolle. Ich möchte hier niemanden mit einem Rundrücken bloßstellen, das ist nicht Sinn der Sache. Bei speziellen Eigenschaften fühlt man sich so auf den Schlips getreten, obwohl das gar nicht notwendig ist. Sie sind erworben und kein Teil des wahren Charakters. Das muss man aber erst einmal verstehen, beobachten und dann kann man es teils sogar rasch ablegen.
Die häufigste Eigenschaft bei einem Rundrücken ist das rasche Aufbrausen und das Hineinsteigern in eine Sache. Die Heftigkeit kann sich hier bis zur Boshaftigkeit steigern. Besonders in beruflicher Hinsicht zeigt sich oftmals eine Unbeliebtheit unter der die Betroffenen selbst leiden. Mit zunehmendem Alter kommen besonders bei Frauen Ängste und Panikattacken hinzu, sowie starke Kurzatmigkeit. Auch Männer besitzen diese Ängste, aber in anderer Form, hier zeigt sich eher die Angst vor der Obrigkeit oder ein Überspielen. Auch ausgeprägte Arbeitswut und große Hilfsbereitschaft zeichnet diese Menschen aus, bis hin zur Selbstaufgabe. Es gäbe noch mehr zu berichten, doch es hapert oftmals am Verstehen. Diese Eigenschaften werden durch körperliche Verspannungsmuster erzeugt. Verschwinden diese, verschwindet auch das aufbrausende Verhalten und die Ängste.
Letzte Aktualisierung: 11.12.2011 - 12:23 - vor 163 Tagen.