Mal hin und wieder ein Zwicken und Zwacken im Rücken haben die meisten. Fast jeder 2. in Deutschland kennt Rückenschmerzen. Viele Behauptungen halten sich hartnäckig, obwohl sie falsch sind. Rückenschmerzen haben nichts mit stundenlangem Sitzen, einseitiger Tätigkeit oder mangelnder Bewegung zu tun. Viele, die nach einem Bandscheibenvorfall ein medizinisches Fitnesstraining absolvieren, stellen eher eine Verschlechterung fest oder, dass weitere Bandscheibenvorfälle hinzugekommen sind. Eine traurige Bilanz, die sich auch dadurch äußert, dass es durch unsere medizinische Versorgung den Menschen besser gehen sollte. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.
Wäre unsere medizinische Versorgung so vorbildlich, warum ist dann das Gesundheitssystem so teuer? Rückenschmerzen müssen nicht sein, egal in welchem Bereich und Bandscheibenvorfälle genauso wenig.
Dazu müssen Sie keine Rückenmuskeln aufbauen, noch zwanghaft Sport treiben oder unsinnig teure Stühle oder Betten kaufen. Unser Körper benötigt das nicht, es ist lediglich unser Luxusdenken. Wir müssen lernen uns richtig zu halten und richtig zu bewegen, dann spielt die Unterlage keine Rolle.
Was Sie nicht tun sollten:
- Schlafen auf einem hohen oder eingedellten Kissen. Eine Ausnahme ist bei Schulterverspannungen und einem Rundrücken.
- Kein Keilkissen verwenden, es unterstützt Ihre Fehlhaltung.
- Auf einem Ball oder eine weichen Unterlage sitzen.
- Auf einem Stuhl mit ausgedellter Rückenlehne sitzen, der das Hohlkreuz fördert.
- Kein Stuhl mit Armlehnen, oder diese nicht benutzen.
- Sich ständig vermeintlich locker und lässig anlehnen.
- So hart wie möglich schlafen und dazu ist keine teure Luxusmatraze notwendig.
- Keine Wackelschuhe tragen, die auf der Sohle nach außen gewölbt sind, sie verändern die Muskulatur maßgeblich, was später zu Problemen führt.
- Keine Einlagen tragen, wegen eines vermeintlichen Beckenschiefstands oder einer Beinlängendifferenz. Beides gibt es nicht, da es lediglich durch Fehlhaltung künstlich erzeugt wird und selbst korrigiert werden kann.
- Keine Rückenoperation, keine Verschraubung. Wer einmal eine Reha besucht hat, weiß wie gefährlich das ist. Es kann gut ausgehen aber auch schlecht enden. Sie wissen nicht, zu welchem Prozentsatz SIE gehören.
- Lassen Sie sich vor allen Dingen nichts einreden und haben Sie keinen Respekt vor Diagnosen. Sie wirken oft härter, als sie in Wirklichkeit sind.
Was Sie tun sollten:
- So hart wie möglich sitzen
- So gerade wie möglich sitzen
- Sich richtig bewegen, aktiviert automatisch die Rückenmuskeln
- Richtige Atmung steigert die Körperkraft und aktiviert die Rückenmuskeln.
- Bei Halswirbelprobleme kein Nordic-Walking, kein Krafttraining, keine Massage
- Bei Lendenwirbelproblemen kein Fahrradfahren oder Sport betreiben, bei denen man die Arme braucht.
- So flach wie möglich schlafen (erfordert richtige Anleitung, sonst kann es unangenehm bleiben)