Imitation, Stimme & Sprache

Die menschliche Stimme ist ein wichtiges Instrument sich anderen mitzuteilen. Eine Stimme kann leise und laut aber auch dominant, freundlich oder aggressiv wirken. Dieser Ausdruck wird vom Eigentümer unbewusst selbst gesteuert und schon seit Kindertagen entwickelt und trainiert.

Auch bei der Stimme spielen die Eltern und die Umgebung in welcher man groß wird und Menschen, mit denen man aufwächst eine große Rolle. Kinder sind hervorragende Beobachter und Imitatoren. Sie müssen dies nicht erlernen, sondern besitzen es von Natur aus. Was wir heutzutage mühsam in Worte setzen oder erklären und lernen müssen, das gelingt Kindern automatisch. Ein wichtiger Vorgang, der sie lehrt mit ihrer Umwelt zurechtzukommen und sich entsprechend anzupassen. Deshalb haben die sie umgebenden Personen, meist die Eltern, einen sehr großen Einfluss auf Kinder. "Ich will für mein Kind nur das Beste!", sind zwar Aussagen, die Eltern gerne verwenden, die sie aber erst sehr viel später erfahren. Wer einem Kind nur seinen eigenen Stempel aufdrücken möchte, muss sich nicht wundern, wenn es entsprechend reagiert und dies auch als Erwachsener so lebt und weiter gibt.

Die menschliche Stimme passt sich an

Interessant ist, dass sich auch die Stimme samt ihrem Stimmtimbre (Eigenklang der Stimme) anpasst. Ein Kind ist in der Lage innerhalb kürzester Zeit eine Sprache zu erlernen mit der dazugehörigen Dialektik. Ein solcher Dialekt kann ein Erwachsener nicht mehr in dieser Form erlernen, da er viel zu sehr mit sich beschäftigt ist und durch sein Denken auch sein persönliches Lernen einschränkt. Ihm fällt Imitation schwer. Der Beruf eines Comedian erfordert eine gute Imitation um Dialekt, Grimassen und Stimmen nachahmen zu können. Niemand weiß, wie es geht, man übt und probiert es eben, bis man es kann. Kinder wollen lernen und sind an Neuem interessiert und daher sehr aufnahmefähig. Kinder können noch nicht analysieren und hinterfragen deshalb auch nicht. Sie sind offen für Alles.

Dieselbe Stimme am Telefon

Kennen Sie das? Sie rufen eine Bekannte an und es ist deren Tochter dran. Sie reden gleich drauf los, bis ihr Gegenüber am Telefon sagt: "Ich bin nur die Tochter. Willst Du meine Mutter sprechen?" Dieses Phänomen ist sehr häufig zu beobachten. Töchter klingen wie ihre Mütter und Söhne wie ihre Väter. Das liegt an der Anpassung. Orientiert sich ein Kind an jemand anderem, klingt seine Stimme anders. Durch diese Imitation übernimmt man aber auch dasselbe Verspannungsmuster im Hals- und Rachenbereich. Die Einstellung und Ausrichtung von Muskelgruppen bewirkt eine andere Stimme. Das bemerkt man besonders dann, wenn man jemanden imitieren will oder versucht einen Dialekt nachzumachen.

Der sächsische Dialekt zum Beispiel hat eine solche Grundverspannung beim Sprechen. Wer "sächselt" senkt automatisch seinen Kehlkopf und drückt die Atemluft verstärkt durch die Nase. Die Stimme klingt "kehlig" und gleichzeitig hell und nasal. Das kann nicht jeder imitieren, aber der, der es kann, macht das automatisch so, denn sonst könnte er diesen Dialekt nicht nachahmen.

Das Bayerische ist ein derber und lauter Dialekt. Hier wird auch der Kehlkopf gesenkt aber die Muskeln anders ausgerichtet. Dadurch entsteht eine laute und tiefere Stimme, mit mehr Resonanz.

Die Dialektik einer Sprache liegt somit auch in der Grundmentalität eines Volkes begründet. Die französische Sprache ist sehr nasal. Die amerikanische Sprache klingt wie "Micky Maus", unnatürlich hell und gedrückt. Die russische Sprache wirkt dunkel. Hinzu kommen die unterschiedlichen Laute oder Klangfarben hinzu. Eine asiatische Sprache beinhaltet viele i- und a-Laute. Die arabische Sprache klingt stark im Rachenbereich. Hinzu kommen noch Auswirkungen auf die Mentalität. Ein interessantes Thema, das ich hier nicht weiter ausführen werde.

Letzte Aktualisierung: 11.12.2011 - 12:23 - vor 162 Tagen.
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