Eine Besonderheit der menschlichen Stimme ist der Gesangston. Oder zumindest wird es bis heute als etwas Besonderes gesehen. Singen ist, wie Vieles andere, erlernbar, denn sie hat mit Technik zu tun und nichts mit Begabung. Das, was als Begabung bezeichnet wird, ist einfach die Voraussetzung seine Stimme natürlich zu benutzen und bestimmte Dinge korrekt zu verwenden, was ein anderer erst mühsam lernen muss. Lernen kann dies aber jeder, je nach dem wie gut sein Gesangslehrer dessen Technik und die entsprechende Umsetzung dazu sind.
Doch es gibt noch ein anderes Phänomen. Atemluft wird in Klang umgewandelt und das auch bei einem Tier. Hört man einen Hirsch rufen oder einen Vogel zwitschern, so wird die Atemluft in Klang umgewandelt. Auch Eltern beeinflussen hier ihre Kinder. Schon viele Jugendlich haben eine heisere oder kratzige Stimme, ein Zeichen von starken Verspannungen. Hört man deren Eltern sprechen, weisen sie dieselbe Heiserkeit und Kratzigkeit auf.
Atemluft wandelt sich in Töne um
Einige Konsonanten, nicht alle geben einen starken Luftstoss ab, wie z.B. der Konsonant "K" oder "T". Nach einem oder mehreren Konsonanten nacheinander erfolgt ein Vokal. Nur der Vokal sorgt dafür, dass man Sprache versteht. Auch beim Singen eines Liedes wird der eigentliche Klang und die Sprache immer von den Vokalen erzeugt und tragfähig gemacht.
Sprechen Sie z. B. ein "Kaaa", so wird der eigentliche Konsonant nicht gesprochen. Es erfolgt immer ein "A". Das "K" selbst hört man nicht, es baut nur einen Druck im Körper auf, den dann den Ton nach außen bringt, durch den nachfolgenden Vokal. Genauso geschieht dies beim "T, B, P, Q, etc.". Probieren Sie es selbst einmal aus.
Versuch - Atem & Ton
Halten Sie Ihre flache Innenhand vor den Mund. Atmen Sie normal ein und aus. Sie spüren einen leichten Luftzug in der Hand. Jetzt machen Sie einen Ton, wie z.B. ein "aaaaaa". Sie spüren in der Hand nur Wärme, aber keinen Luftstrom. Die Atemluft hat sich in Klang umgewandelt. Je präziser die Atemluft in Klang umgewandelt wird, desto besser wird der Ton. Das ist die Technik der Gesangskunst, die Muskulatur so einzustellen, dass die benötigte Atemluft in Klang umgewandelt wird. Falls nicht entstehen unreine und unsaubere Töne.
Sie können dies auch mit einer brennenden Kerze versuchen, was allerdings ein wenig Übung erfordert. Stellen Sie eine brennende Kerze ganz nah vor sich hin. Beim Atmen flackert die Kerzenflamme stark. Bei einem Klang nicht. Benutzen Sie nur Vokale, ohne Zischlaute nah der Kerzenflamme: aaaaa, eeeee, iiiiii, oooooo, uuuuui..... Je besser die Abstimmung zwischen Zwerchfellmuskel und Stimmbandeinstellung geschieht, desto besser wird der Laut in klang umgewandelt.
Vokale bewegen die Kerze nicht, weil hier keine Zischlaute benutzt werden. Versuchen Sie das Ganze mit Zischlauten, dann flackert die Kerze: warten, Pforte, Liebe, raten. Zischlaute entstehen indem ein kurzer Luftstoss entweicht und danach folgt der eigentliche Vokal. Die Buchstaben "PF" erzeugen nur Luft und danach folgt immer ein Vokal, der in Klang umgewandelt wird. PFo, PFa, PFe, PFi, PFu..... Probieren Sie es aus.
Sie können auch einen Ton vor der Kerzenflamme singen. Die Kerzenflamme bewegt sich dabei nur unmerklich. Probieren Sie es aus, ob es Ihnen gelingt.
Letzte Aktualisierung: 11.12.2011 - 12:22 - vor 162 Tagen.