Viele Symptome, wenig Hilfe

Die Medizin teilt sich in immer mehr Fachgebiete auf. Als Patient verliert man leicht den Überblick oder wird das Gefühl nicht los, aus unabhängig voneinander funktionierenden Einzelteilen zu bestehen. Die Gerätschaften und Operationsmöglichkeiten werden immer raffinierter und erwarten den Patienten. Schon im Vorsorgebereich geht es ohne technischen Schnickschnack nicht mehr.

Ist das nötig? Diese Frage stellen wir uns schon lange nicht mehr. Nachdem die Deutschen pro Jahr im Durchschnitt 18 mal einen Arzt aufsuchen, steht eine Frage im Raum? Sind wir so krank? Bei den unzähligen spezialisierten Ärzten, Heilpraktikern, Psychologen, Gesundheits- und Sporttherapeuten, sowie Heilern und Nahrungsergänzungsprodukten müssten wir doch vor Gesundheit nur so strotzen. Irgendetwas muss doch faul sein in unserem Gesundheitssystem. Es kann doch wohl nicht nur an der alternden Bevölkerung liegen. Ja, einen oder viele Schuldige findet man immer. Das System hat immer Recht und was Alle sagen muss richtig sein.

Es gibt aber wesentlich einfachere und günstigere Wege. Wege, die jeder selbst beschreiten kann, wenn er es weiß und möchte. Wir bekommen von außen immer eingetrichtert, wir sollen mit Sport beginnende, körperliche Probleme und scheinbar nicht aufhaltende Abnutzungserscheinungen vorbeugen. Haben wir das Alles vorbeugend getan und unser Körper meldet sich doch in Form von Schmerzen oder Abnützung was dann? Welche Ausrede benutzen wir dann? Die Psyche ist schuld, der Stress. Das bedeutet, dass wir uns zu viel zumuten. Wirklich? Was muten wir uns denn zu? Ein Drittel unseres Tages verbringen die meisten von uns durchschnittlich mit ihrer Arbeit. Das andere Drittel ist Freizeit und ein weiteres Drittel, mal mehr mal weniger verbringen wir mit Schlaf. Pro Woche haben wir 2 Tage frei. Das bedeutet, dass die meiste Zeit des Tages und der Woche eigentlich aus Freizeit besteht. Zeit in der wir machen können was wir wollen. Diese Zeit dient dazu unsere Familie zu versorgen, unser Haus oder unsere Wohnung gemütlich zu halten und der Rest dient der eigenen Freude. Damit kommen wir nicht zurecht? Damit beklagen wir uns? Bei so viel Freizeit?

Stress bedeutet nicht viel Arbeit, Stress bedeutet Ärger. Wir ärgern uns ständig, regen uns unnötig auf, reagieren cholerisch, oder fressen Dinge in uns hinein und selbst Kleinigkeiten bringen uns aus der Fassung. Wir sind es, die den Stress verursachen, nicht die Arbeit. Durch die permanente Unzufriedenheit spannen wir unnötig und unbemerkt Muskeln an und lassen sie nicht mehr los. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes Stress. Stress für den Körper. Beobachten Sie doch einen gehetzten Menschen. Man wird selber hektisch in dessen Nähe. Viel Lärm um Nichts. Wer jammert sollte etwas ändern und nicht nur weiter jammern. Die Deutschen gelten bei anderen eh als ein Land der Neider.

Unsere ständige Anspannung verschiedener Muskelpartien führt früher oder später dazu, dass wir darauf Signale des Körpers erhalten. Hier Kopfschmerzen, da Tinnitus, dort Rückenschmerzen. Jede Anspannung beinhaltet auch eine gewisse Fehlhaltung. So gehen wir tagtäglich durchs Leben, Woche um Woche, Monat um Monat, Jahr um Jahr. Dazu rackern wir uns noch mit Sport ab. Unsere Muskelanspannung bleibt, daran ändert sich nichts, egal ob mit oder ohne Sport. Es melden sich Schmerzen, Erschöpfungszustände, Abnutzungserscheinungen, Bluthochdruck, Magenprobleme, etc.. Wir besuchen für jedes Problem einen Spezialisten, obwohl doch Alles im Körper zusammenhängt. Oder doch nicht? Finden die Einzel-Spezialisten keine Lösung, dann kommt es noch dicker. Die Antwort lautet nicht einfach nur "Ich weiß nicht, was Sie haben und kann Ihnen nicht helfen." Nein, jetzt greift das gesamte Repertoire an Fachkompetenz. Jetzt kommt die Psyche ins Spiel. Weil ich nichts finde und nicht helfen kann, kann es nur an der Psyche liegen. Sie ist das Unergründliche, das vergleichend schwarze Loch des Weltalls. Die Psyche hält für Alles her, denn scheinbar kann sie und macht Sie alles. Und das schöne daran, sie kann sich nicht wehren, nicht zurückschlagen, nicht antworten. Somit ist die Psyche schuld. Sie arbeiten ja so viel, gönnen sich keine Ruhe, opfern sich auf und bekommen keinen Dank. Jetzt müssen Sie ja schließlich auch einmal an sich denken. Solche Sätze, die, wenn man sie von Eltern oder Großeltern hört lediglich ein Achselzucken oder einen Augen verdrehen auslösen kommen Ihnen sicher bekannt vor. "Schon wieder dieser Satz, schnell wieder gehen."

Das Tolle aber ist: Die Psyche hat damit nichts zu tun, sie ist nur das zweite Glied der Kette, das sich meldet. Sie haben den Ruf nur falsch interpretiert, weil sie die Zusammenhänge nicht kennen. Ihre körperliche Problematik hat sich ja ganz langsam entwickelt, unmerklich, schleichend, aber die Schmerzen kommen plötzlich. Von einem auf den anderen Tag.

So glaubt man etwas "plötzlich" erworben zu haben. "Mein Tinnitus ist plötzlich aufgetreten." "Plötzlich hatte ich einen Hexenschuss und plötzlich einen Bandscheibenvorfall." Wer an diese Plötzlichkeit glaubt ist naiv. Genau diese Plötzlichkeit ist aber der Grund warum wir nicht weiter darüber nachdenken. Weil etwas plötzlich auftrat, kann ich nicht schuld sein. "Die Arbeit ist schuld." "Ich habe zuviel Sport getrieben." "Mein Job stresst mich zu sehr." "Ich opfere mich viel zu sehr für andere auf und vernachlässige mich." Solche Sätze zeigen, es nicht besser zu wissen.

Unsere andauernde Anspannung und das unnötige Festhalten von Muskeln führt zu diesen Symptomen. Die Plötzlichkeit ist eine Reaktion des Körpers, da er die Fehler nicht mehr ausgleichen kann. Ein Gebäude, dessen Fundamente irgendwann nachgeben, wird auch nicht von heute auf morgen einstürzen. Erst zusammentreffende Faktoren führen dazu und dann stürzt es auch "plötzlich" ein. Die Möglichkeit dies zu ändern liegt im Erkennen der Grundbasis. Ein Haus wird vom Fundament getragen und der Körper von unserem Muskelsystem. Ein Körper dessen Muskulatur frei von unnötiger Anspannung ist, der ist auch von der Basis her gesund. So entstehen keine Ablagerungen und keine Verkrampfungen. Nicht die Arbeit ist Schuld, nicht unser künstlich gemachter Stress, nicht unser Selbstmitleid; wir sind es selbst.

Symptome selbst lösen

Wer hilft hat Recht. Jeder kann seine körperlichen Symptome selbst lösen und seinen Körper wieder natürlich und ohne Hilfsmittel proportionieren.

Wir sollten lernen die Muskulatur natürlich zu benutzen, wie ein Tier dies macht, sofern es nicht vermenschlicht wurde. Tiere benutzen ihre Muskulatur natürlich, viele Menschen leider nicht. Sie haben viele Möglichkeiten eine Bewegung auszuführen, die von außen betrachtet bei allen Menschen gleich aussieht. Es ist unser Muskelsystem, das wir nicht im Griff haben und sogar unsere Stimmung beeinflusst. Die Medizin von heute wird deshalb nicht besser, wenn sie diese einfachen und natürlichen Dinge verhehlt und nur gerätehörig ist. Es ist so, wie mit den von Menschen gemachten Flussläufen. Irgendwann rächt sich die Natur, denn sie ist dem Menschen weit überlegen und zeigt ihm was Ursache und Wirkung bedeutet. Ihr Körper ist auch ein Teil dieser Natur und Ihr einziges Kapital. Sie können ihn für oder gegen sich nutzen. Was richtig oder falsch ist, zeigt uns die Natur und unser Körper. Wer Schmerzen hat, sich unwohl fühlt, oder verschiedene Symptome aufweist, der macht etwas falsch. Sein Körper reagiert und zwar unangenehm. Dies zu ignorieren, mit Medikamenten zu unterdrücken oder mit Operationen zu verpfuschen ist keine Lösung für den, dem sein Körper und seine Gesundheit wichtig sind.

Lassen Sie sich nicht länger belügen und belügen Sie sich nicht selbst. Gesundheit ist kein käufliches Produkt, welches mit Geräten, Medikamenten, Operationen oder Therapien erworben werden kann. Nicht Menschen, die irgendetwas an Ihnen herumbiegen können Ihnen helfen. Nur Sie selbst können das. Ihr Körper ist dafür geschaffen, sie müssen ihm nur die Gelegenheit dazu geben es zu tun. Gesundheit bedeutet natürliche Lockerheit, Entspanntheit aber dennoch Festigkeit und Anspannung, wenn es notwendig ist. Die Muskulatur ist nicht über Abbildungen erlernbar, sie ist nur selbst fühlbar. Besonders dann, wenn sich Schmerzen melden.

Letzte Aktualisierung: 11.12.2011 - 12:22 - vor 162 Tagen.
Texte & Grafiken dürfen ohne unsere Zustimmung nicht verwendet oder veröffentlicht werden - Seite geladen in 0.00152 Sekunden