Zwischenzeitlich hatte ich die Übungen verbessert. Jetzt waren sie nicht mehr so schwierig. Mein Partner war damals sehr skeptisch und der Meinung, dass die Leute nicht üben würden. Doch ich dachte anders darüber. Menschen sind unterschiedlich und dafür gibt es unterschiedliche Angebote. Einigen sind die Zusammenhänge des Schnarchens vollkommen egal. Sie wollen nur eine rasche Lösung ohne großen Aufwand. Andere möchten den Dingen auf den Grund gehen und selbst aktiv werden. Sie sammeln ihre persönlichen Erfahrungen und lernen sich und ihren Körper so viel besser kennen. Niemandem kann man diese Entscheidung abnehmen. Der Leidensdruck ist oft maßgeblich für ein aktives Mitwirken.
Kein Mensch kommt als Meister auf die Welt ohne sich eine Fähigkeit erarbeitet zu haben. Selbst ein Talent, das häufig als angeboren betrachtet wird, benötigt als Voraussetzung Interesse, Freude und Ehrgeiz. Von nichts kommt nun mal nichts.
Aus meiner Erfahrung heraus wusste ich, dass Menschen für ein Ziel üben, wenn das Ziel auch greifbar erscheint und ein Ergebnis liefert, selbst, wenn es anfangs nur gering erscheint. So entschloss ich mich eine Testphase mit Schnarch-Betroffenen ins Leben zu rufen.
Zunächst wurde versucht durch Mundpropaganda Leute zu finden. Das stellte sich eher als schwierig heraus und hätte sich zu lange hingezogen. Viele waren misstrauisch oder taten das Ganze mit einem witzigen Spruch ab. Keiner konnte sich so richtig vorstellen, dass man mittels Übungen das Schnarchen eindämmen kann.
Schnarchen war ein solch großes Thema und trotzdem wollte es keiner zugeben oder etwas dagegen tun? Das konnte und wollte ich mir nicht vorstellen. Das war damals tatsächlich so - heute ist dies nicht mehr der Fall. Auch Frauen setzen sich mit diesem Thema auseinander und kommen zum Training, weil sie es selbst beheben können.
Die Ludwigsburger Kreiszeitung war an diesem Thema interessiert und brachte einen Artikel, dass für eine Testphase noch Personen gesucht wurden. Die Resonanz darauf war erfreulich, denn es meldeten sich 53 Personen, die teilweise schwach bis stark schnarchten. Die Männer waren in der Überzahl und es gab nur zwei Frauen.
"Tu endlich was gegen Dein Schnarchen!"
So und ähnlich wurde mancher Mann von seiner Frau dazu gedrängt, doch an dieser Testphase teilzunehmen. Teils neugierig, teils widerwillig meldeten sie sich an. Es kamen auch einige Frauen hinzu, was aber zur damaligen Zeit eher ungewöhnlich war, weil Schnarchen bei Frauen eher ein Tabuthema darstellte.
Einsicht, nicht Zwang
Immer wieder möchten Frauen, dass ihr Mann zum Training kommt. Ohne Bereitschaft und Einsicht des Schnarchenden geht es aber nicht. Ein Aufnahmegerät überzeugt manches Mal mehr als alle Worte. Kein Schnarcher kann sich selbst hören und der Glaube an das lautstarke Schnarchen wird daher häufig verharmlost. Probieren Sie es mit der Technik, manchmal wirkt das Wunder.
Es waren auch einige wenige Teilnehmer darunter, die eine Atemmaske trugen und folglich Schlafapnoe hatten. Einer davon war Herr Krauss, der es schaffte nicht nur sein extremes Schnarchen völlig einzudämmen, sondern auch seine Maske zurückzugeben. Seine Geschichte können Sie unter den Erfahrungsberichten als Video sehen.
Testphase des Anti-Schnarch-Trainings
Genau am 16. Oktober 2004 startete das erste Trainingsseminar mit 7 Teilnehmern. Man traf sich einmal pro Woche insgesamt 5 Mal. Es war nicht einfach die Übungen den Teilnehmern zu vermitteln. Manche hatten doch Probleme und ich überlegte ständig, wie ich es noch besser erklären und für die Teilnehmer erleichtern könnte. Gar mancher bekam wichtige Übungen einfach nicht hin und da war guter Rat teuer.
Aller Anfang ist bekanntlich schwer und so sammelte ich mit den Teilnehmern der Testphase immer mehr Erfahrungen und lernte nach und nach mit den auftretenden Problemen und Schwierigkeiten umzugehen. So konnte ich mit wichtigen, aber schwierigen Übungen, Lösungen und Hilfestellungen finden, damit sie einfacher zu bewerkstelligen waren.
Letzte Aktualisierung: 11.12.2011 - 12:22 - vor 160 Tagen.