Burnout - Symptome

Die Symptome sind so breit gefächert wie die Diagnosen auch. Welcher Arzt oder Therapeut will irgend jemand denn sagen, dass ich ein Burnout Syndrom habe? Ich merke selbst wie es mir geht. Burnout steckt nur jeden in eine Schublade und macht Menschen gedämpft und angepasst. Dieses Bild passt viel besser in die heutige Gesellschaft. Eine Gesellschaft von Angepassten, denen man vorschreibt, wie sie zu leben, zu denken und zu reagieren haben. Wer anders ist, wird mit einer Krankheitsdiagnose ausgegrenzt. Burnout gehört dazu. Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen, Tinnitus, Migräne, Müdigkeit, Erschöpfung sind Anzeichen des Körpers und müssen körperlich angegangen werden. Die Medizin ist auf dem Holzweg hier von Burnout zu sprechen. Stress bedeutet nicht viel Arbeit zu haben, sondern sich zu ärgern. Man ärgert sich über Ungerechtigkeiten, mangelnde Bezahlung, Übergangen werden, keine Anerkennung haben usw. Darüber ärgert man sich und das ist Stress. Man frisst die Dinge in sich hinein und wird von anderen unterdrückt und lässt sich unterdrücken. "Ich kann nichts sagen, weil mein Arbeitsplatz gefährdet ist!" Solche Reaktionen führen zu Verspannungen. Kollegen halten nicht zusammen und man traut sich nicht jemandem die Wahrheit, auch dem Chef, ins Gesicht zu sagen. Das ist Stress, das führt zu Burnout.

Wer Burnout Symptome hat ist nicht nur hilflos der Willkür derjenigen ausgeliefert, die die Diagnose stellen, sondern auch der Medikamentenflut ausgeliefert. Man muss lernen sich einem Fremden zu öffnen und ihm seine intimsten Gedanken äußern, dem Seelenklempner. Ein Makel sich so präsentiert zu fühlen. Wer möchte schon durch Burnout auffallen? Vielleicht wird es irgendwann mal wie bei den anonymen Alkoholikern sein. Beim Vorstellen lautet der Satz aber anders: "Ich bin Anna und ich habe Burnout." - "Hallo Anna, schön das Du da bist."

Wer möchte zugeben ausgebrannt zu sein? Wer möchte sich so bloßstellen? Die ganze Würde, der Stolz ist weg. Ich muss mich öffentlich zu etwas bekennen, von dem ich weiß, dass andere mit dem Finger auf mich zeigen werden. Monatelang von der Firma weg um zurückzukommen und alle wissen: "Ich habe Burnout!" Die Gesichter der Kollegen, die Blicke, das Getuschel hinter vorgehaltener Hand. "Guckt mal, die hatte Burnout? Die und überarbeitet, haha. Da habe ich mehr Stress als die! Die will nur eine ruhige Kugel schieben. Aber heutzutage kann man sich ja für Alles krank schreiben lassen! Burnout, das passt zu der! Genauso hab ich sie eingeschätzt!"

Solche Sätze werden Ihnen andere niemals sagen. Nein, Sie fühlen sie nur. Sie sehen die mitleidigen und herablassenden Blicke der Kollegen. Die freundlichen Sätze, hinter denen Sie den leichten und vorwurfsvollen Unterton heraushören. Man beobachtet das heimliche Getuschel hinter vorgehaltener Hand. Gespräche die verstummen, sobald man den Raum betritt. "Na, wieder da? Wie geht es Dir denn?" Man kann nicht mehr unterscheiden, wer solche Sätze ehrlich meint und wer nicht. Man sieht überall den "Feind", der sich über einen lustig macht, einen abschätzend betrachtet. Man fühlt, wie die anderen "vorsichtig" mit einem umgehen. Man fühlt sich ausgegrenzt, behandelt wie eine Mimose oder Bekloppte. Für diese Feststellung muss niemand Psychotherapie studiert haben, die fühlt er auch so, ohne sich zu täuschen. Welche Hilfe gibt es dafür? Keine, denn man kann niemandem den Mund verbieten oder seine Denkweise.

Burnout - Heilung?

Wer es endlich geschafft hat wieder am Arbeitsplatz oder zu Hause zu sein, wer ist sicher, dass er nie wieder Burnout bekommt? Niemand, denn ständig leben Betroffene in der Angst sich nur ja nicht zu überfordern. Die vorherige Lebenslust ist meist nicht voll zurückgekommen. Diesen Makel trägt man ständig mit sich im Kopf herum. Die Blicke der anderen zeigen, was sie wirklich von einem denken. Sie quälen sich ein Leben lang mit diesem Makel herum, in der Angst sich ja nicht zu überarbeiten, ja keinen Stress zu haben und ja keine Panik mehr zu bekommen, keine Depressionen, keine Aggressionen. Das könnte ja Burnout auslösen. Oder nicht?

Anfangs wehrt man sich dagegen. Ich und Burnout? Nein, niemals! Oder es kommen die Befürchtungen. Hoffentlich trifft es mich nicht. Hoffentlich nicht meinen Partner, meine Kinder. Angstvoll beobachtet man sich und achtet auf jede Kleinigkeit. So kann man Angst auch denen einreden, die gar keine haben. Mit Angst macht man Menschen gefügig. Denn Angst ist eine Bedrohung und wird zur Drohung. Schon als Kind kannte man dieses Spiel. "Wenn Du nicht ....., dann." Wenn Sie sich nicht schonen, dann haben Sie bald Burnout. Wenn Sie nicht ihren Job wechseln, dann wird ihr Körper weiterhin so reagieren. Wenn Sie keine Medikamente einnehmen, dann werden Sie zusammenklappen. Angst und Drohung schüren das Burn out-Syndrom.

Wenn wir etwas nicht einsehen wollen, dann droht man uns. Wenn nicht, .... dann. Und was machen wir daraus? Oder besser gesagt, was bleibt uns übrig? Wir müssen der Drohung nachgeben. Nachgeben wie kleine Kinder, die ihren Teller aufessen müssen und dann als brav und lieb bezeichnet werden.

Ist es so weit mit unserer Gesellschaft gekommen? Ja, teilweise schon und ich glaube, die Zahl der Braven, die ihren Teller immer schön aufessen wird größer. Wir wissen nicht mehr was "normal" ist. Wir haben es verlernt "normal" zu reagieren. Wir lassen Kindern nicht mehr Ihren Spiel- und Kräftetrieb gewähren. Wir wollen nur noch Leisetreter, die reden, reden, reden. Wir lassen kleine Kinder entscheiden, welches Kleidungsstück sie denn haben wollen und welchen Hustensaft und nennen das Entwicklung des Selbstbewusstseins fördern.

Wir dröhnen sie voll mit Medikamenten um sie ruhig zu stellen, damit wir unsere Ruhe haben. Wir sind nicht schuld. Endlich sind wir nicht mehr schuld! Es werden immer neue Krankheiten erfunden, die uns sagen, dass wir keine Schuld tragen. Für eine Krankheit können wir ja nichts. Endlich kann jeder sehen, wie überlastet ich bin und wie schwer ich es habe.

Wer ein Burnout-Syndrom diagnostiziert bekam und das jetzt liest, wird die Nase rümpfen. "Die hat doch keine Ahnung." Doch, genau die habe ich und deshalb schreibe ich so. Burnout ist keine Krankheit und dagegen muss man keine Medikamente einnehmen. Dazu muss man die Ursachen und das Zusammenspiel dieser auftretenden Symptome kennen. Burnout gibt es nicht, denn hier kommen nur verschiedene körperliche Symptome und Signale zusammen, die ihre Ursache im muskulären Bereich haben und dann diese Symptome bewirken. Wer es los werden will, kann nur selbst etwas tun. Wer weiter damit leben will, soll brav bleiben.

Letzte Aktualisierung: 11.12.2011 - 12:22 - vor 160 Tagen.
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