Ängste und ihre Körperreaktionen

Jeder Mensch reagiert auf Dinge, die er nicht kennt mit Angst, Vorsicht oder Mißtrauen. Der Körper reagiert dann teilweise heftig. Teilweise kann man kurzfristig eine heftige Angst auslösen. Solche Dinge funktionieren auch beim Menschen und das sogar ohne irgendeinen Reiz, lediglich durch eine bestimmte Erwartungshaltung und über die Sprache. Nehmen wir an, Sie sitzen in einem Seminar oder Vortrag. Eine Person platzt in den Raum und fragt nach Ihrem Namen. Sie melden sich und die Person behauptet, dass jemand angerufen und behauptet hätte, dass es einen Unfall gegeben hätte und ein naher Angehöriger schwer verletzt worden wäre. Obwohl Sie nicht wissen, ob die Person die Wahrheit gesprochen hat, reagiert Ihr Körper sofort. Der Pulsschlag erhöht sich, die Atmung wird kürzer und es spannen sich unterschiedliche Muskelgruppen an. Sie fürchten das Schlimmste.

Danach teilt die Person mit, dass es sich um einen Spaß gehandelt hat und Sie reagieren sauer. Je länger Sie diese Ungewissheit erlebt haben, desto zorniger werden Sie hinterher. Einfach deshalb, weil Sie von Ihren Körperreaktionen fast nicht mehr runterkommen. Ja, es kann sogar vorkommen, dass Sie es nicht glauben können, dass diese Person gelogen hat. Je mehr man sich in Dinge hineinsteigert und sie für bare Münze hält, desto schwieriger ist es wieder davon abzukommen. Die körperlichen Reaktionen halten noch lange an, obwohl man schon weiß, dass es gar nicht stimmte. Genauso ist es auch mit Ängsten, Panik oder auch Sturheit.

Ängste werden durch Einbildung oder fixe Gedanken ausgelöst, und entsprechend folgen körperliche Reaktionen. Genau um diese körperlichen Reaktionen geht es im Training der Daub-Methode. Sie lernen nicht über Gespräche die Ängste zu beseitigen, sondern über Ihre eigenen Körperreaktionen zu steuern und zu kontrollieren.

Je größer die Angst, desto größer ist die Verspannung und zwar eine ganz bestimmte Verspannung. Entsprechende Körperreaktionen lösen somit Angst aus und nicht umgekehrt. Über die Kontrolle der Körperreaktionen erlebt der Übende seine Reaktionen in getrennter Form. Dieser Prozess ist schwer zu erklären. Auf der einen Seite das Objekt der Angst, sagen wir mal eine Spinne, auf der anderen Seite die Körperreaktion. Doch jetzt kontrolliert man die Körperreaktionen und lernt sie zu steuern und plötzlich wird die Angst weniger bis sie sich ganz auflöst.

Anfangs steuert man wieder in alte Körpermuster hinein, doch immer wieder angewandt bemerkt man, wie die Angst von ganz alleine verschwindet. Löst der Gedanke oder die Vorstellung eine Angst oder Panik aus und es entstehen Körperreaktionen, so kann ich über die Körperreaktionen auch meine Ängste und Paniken steuern. Erst eine körperliche Reaktion erhöht nämlich die Ängste. Körperreaktionen kann man so bewusst kontrollieren und steuern und erlebt die Angst völlig anders.

Es ist ähnlich wie beim Erschrecken. Jemand schleicht sich unbemerkt von hinten heran und erschreckt Sie. Sie zucken zusammen, halten kurz den Atem an und öffnen dabei den Mund. Der Puls rast, je nachdem wie konzentriert Sie auf das waren, was Sie vor dem Erschrecken gemacht haben. Je vertiefter Sie in Ihre Arbeit waren, desto größer war der Schreck und desto länger reagiert Ihr Körper samt Puls.

Würde der Schreck anhalten, hielt auch die Körperreaktion an. In Kriegszeiten, bei Entführungen oder Existenzängsten herrscht ständig eine Angst vor mit der ich mich allerdings auseinandersetzen muss. Was jeder tagtäglich erlebt, daran kann man sich gewöhnen. Wer als Leichenbestatter arbeitet, für den ist der Anblick einer Leiche nichts Besonderes mehr, weil er es tagtäglich erlebt und sieht. Ängste sind deshalb nur haltbar, weil man sich damit nicht auseinander setzt, sondern ihnen aus dem Weg geht. In einer Notsituation hat man keine Wahl. In unserer Wohlstandsgesellschaft werden Dinge immer mehr aufgebläht.

Über den Körper kann man sehr viel steuern, auch Ängste, sofern man bereit dazu ist. Wer also lernt seine Ängste nicht in den Körper zu leiten oder den Körper zu kontrollieren und zu beherrschen, der kann seine Ängste bewusst kontrollieren und eindämmen.

Besonders Prüfungsängste können einem hier einen Strich durch das gesamte Leben machen. Hier wird auch im Vorhinein geklärt, wie weit andere und typische Verspannungsmuster vorhanden sind, wozu Zähneknirschen, Migräne, Müdigkeit, Schlappheit und Antriebslosigkeit zählen. Bei Kindern sollten die Eltern ehrlich und kritisch auch mit sich selbst umgehen und ihre eigenen Angstmuster erkennen, die sie unbewusst auf ihr Kind übertragen haben, welches dieses bis ins Detail imitierte.

Letzte Aktualisierung: 06.03.2012 - 00:16 - vor 73 Tagen.
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