Kinder haben von Natur aus keine Angst. Woher auch? Angst ist anerzogen und wird imitiert. Irgendwann drückt sich Angst im Gesicht, der Gestik, Mimik und auch in den Körperreaktionen aus. Angst manifestiert sich im Körper und er wird so langsam immer mehr mitbetroffen.
Es wurden verschiedene Versuche und Tests mit Kindern und deren Müttern gemacht. Man führte 3-5 Jährige mit ihren Müttern in einen Raum mit verschiedenen Terrarien in denen sich Spinnen, Schlangen und ähnliches Getier befanden. Zunächst animierten die Mütter, die Kinder alleine zu den Terrarien zu gehen. Die Kinder zeigten keinerlei Ekel oder negative Reaktionen vor den Tieren. Eher im Gegenteil, sie waren äußerst interessiert. Kamen die Mütter hinzu und einige reagierten angeekelt oder ängstlich, sah man bei deren Kindern ähnliche Verhaltensweisen. Sie schauten ständig ihre Mütter an und versuchten diese zu imitieren. Wer ständig unnötige Ängste hat, imitiert nur. Bei ein wenig Nachdenken wird einem das schnell klar.
Kinder imitieren im Laufe der Zeit nicht nur das Verhalten, sondern auch die damit verbundenen Körperreaktionen über die Muskulatur, worunter hauptsächlich der gesamte Atmungsvorgang betroffen ist.
Im Video sehen Sie - Kinder haben keine Angst
Kinder zeigen sich interessiert und wissbegierig. Solange keine wirkliche Gefahr besteht, wovor sollte man sich fürchten. Im Video sehen Kinder, dass eine Frau eine Gottesanbeterin in den Händen hält. Davon geht keine Gefahr aus und die Kleinen zeigen sich eher interessiert, denn ängstlich. Würde die Frau Angst zeigen oder hätten Sie Angst gelernt, weil ihre Mütter (ist ja leider so) Angst vor Insekten haben, würden sie entsprechend ängstlich reagieren. Deshalb sollte man vieles gar nicht so weit kommen lassen und seinen Kindern die eigene Angst, die es nur in der Vorstellung gibt, ersparen.
Ein Kind lernt und imitiert und das perfekt. Könnte es sonst seine Muttersprache so schnell lernen und jeglichen Dialektik perfekt nachahmen? Diese Eigenschaft verliert sich im Laufe der Zeit, weil immer mehr eigenes Denken mit sämtlichen Erwartungen, Ängsten und angelernten Verhaltensmustern der Eltern hinzukommt. Selbst die Mimik wird übernommen und perfekt imitiert. Ein Grund, warum man häufig den Eltern ähnelt. Nicht nur die Gene tragen dazu bei.
So derart angespannt durchs Leben zu gehen ist keine gute Ausgangsbasis. Eltern wollen das Beste für Ihre Kinder. Ob es das Beste für ihr Kind ist und was sie ihm durch ihre eigenen Verhaltensmuster antun, das wissen leider viele nicht. Zwischen richtig machen wollen und richtig machen können liegen wesentliche Unterschiede.
Druck erzeugt Gegendruck
Große Anspannungen
führen unweigerlich zu starken Erschöpfungszuständen, das man heutzutage Burnout-Syndrom nennt.
Einmal eine solche Körperspannung aufgebaut, verändert sie sich. Manches Mal ist sie stärker und mal weniger stark. Das Grundmuster der Anspannung bleibt aber erhalten. Eine Mutter, die ihre Kinder zur Leistung erzieht und ihnen das Gefühl gibt, dass nur Leistung im Leben zählt, braucht sich nicht zu wundern, ein abgekühltes Verhältnis zu ihren Kindern zu haben. Die Kinder kennen es nicht anders und werden genau so. Sie geben diesen Druck weiter. So setzen sie sich und/oder andere unter Druck. Ein Teufelskreis, der unsere Gesellschaft immer mehr anspannt und körperliche Probleme beschwert. Seine Ziele kann man schließlich nur mit Kampf erreichen. So lernt es das Kind und das glaubt es auch. Viele in unserer Gesellschaft sind dieser Meinung. Ehrgeiz bedeutet Kampf, Durchbeissen, Durchhalten! Ehrgeiz ist kein Kampf, sondern bedeutet nur ein kontinuierliches Wollen und Verfolgen seiner Ziele. Das geht auch ohne Anspannung, ohne Verkrampfung. Wer es aber nicht anders kennt, der wird körperlich und seelisch leiden.
So verspannen Kinder unter dem Leistungsdruck der Gesellschaft und der Eltern immer mehr. Wollen Sie Ihrem Kind etwas Gutes tun, dann lassen Sie es frühzeitig lernen, dies zu kontrollieren. Nicht nur die Schmerzen verschwinden auch die Leistungsfähigkeit verbessert sich, da das Hirn wieder besser durchblutet wird. Nicht die Psyche ist angeschlagen, sondern der Körper. Kinder zu haben bedeutet nicht nur Verantwortung für sie zu tragen, sondern auch für sich selbst. Eltern sollten Vorbild sein und ihren Kindern ein freies und entspanntes Leben bieten. Das können sie aber nur, wenn sie wissen was körperliche Entspannung bedeutet und wie die unbemerkten Muster gelöst werden und zwar selbst.
Nervenkitzel & Angst erzeugt dieselben Körperreaktionen
Haben Sie schon einmal ein Computerspiel gespielt? Nein? Dann würde ich Ihnen das raten. Dringend! Vor Allem dann, wenn Sie Kinder haben. Oder spielt Ihr Kind schon ein solches Spiel? Wenn ja, dann machen Sie sich die Mühe mitzuspielen. Hier geht es zur Sache! Schnelligkeit und Reaktion ist gefordert. Als Anfänger sind sie komplett überfordert, aber ihr Kind ist ein Profi. Beobachten Sie sich beim Spiel. Die Muskeln verkrampfen sich, man hält die Luft an ballt die Faust, verkrampft im Bauchbereich, stemmt die Füße in den Boden. Je nach Person spannen Muskeln in unterschiedlichen Bereichen an.
Wenn Sie kein Computerspiel spielen möchten, dann versuchen Sie es anders. Spielen Sie doch nur einmal "Mensch ärger Dich nicht" auf Zeit. Jeder muss schnell würfeln, schnell seinen Spielstein setzen, schnell überlegen und reagieren. Kein Vergleich zu einem Computer, aber es genügt um die Körperspannung, wenn auch in kleiner Form zu erleben. Ein anderer Nervenkitzel, eine regelrechte Anspannung. Wie viel Spannung haben Sie in Ihrem Leben? Spannung ist keine Sache des Denkens. Spannung ist eine Sache der Muskulatur. Je mehr Sie anspannen, ihre Muskulatur festhalten um so kaputter und erschöpfter sind und werden Sie.
Das ist der Grund, warum Spiele, die auf Zeit und Schnelligkeit basieren nicht unbedingt gut sind. Man verspannt automatisch, aber ein Kind mit angespannten Eltern noch mehr. Kinder übernehmen die Grundanspannung der Eltern. Solange man seine Muskeln nicht kontrollieren kann und weiß, wie es auch ohne Verspannung geht, solange bekommt man die Spannung nicht los, zumindest nicht bewusst. Kinder haben ein hohes Lernpensum und bekommen deshalb neue Dinge viel schneller in den Griff als Erwachsene und können sie annehmen und umsetzen. Verspannen sie aber, stellen sich Konzentrationsschwierigkeiten und Lernschwäche ein. Das Kind kämpft dagegen an und verkrampft noch mehr und die Leistung wird statt besser immer schlechter. Tun Sie etwas dagegen und lernen Sie diese Zusammenhänge verstehen und stoppen.
Letzte Aktualisierung: 11.12.2011 - 12:22 - vor 74 Tagen.